Die Story: Fünf Frauen und ein Mann treffen sich einmal im Monat, um über Romane der britischen Schriftstellerin Jane Austen (1775-1817) zu diskutieren: Bernadette, eine lebenslustige Endfünfzigerin, Sylvia, die nach 32-jähriger Ehe von ihrem Mann verlassen wurde, ihre ungestüme lesbische Tochter Allegra, die unglücklich verheiratete Französischlehrerin Prudie, die Single-Frau und Hundezüchterin Jocelyn und der Computerfreak Grigg. Der liest eigentlich nur Science-Fiction, will aber mit Jocelyn anbandeln. Mehr und mehr entwickeln sich die amourösen Verstrickungen des Sextetts wie in einem typischen Jane-Austen-Roman.
Die Schauspieler ... sind die große Stütze des Films - sie füllen die etwas stereotypen Figuren mit Leben. Herausragend im durchweg guten Ensemble: zum einen Emily Blunt, die als Prudie, eine steife Intelligenzbestie mit wilden erotischen Fantasien, ihr komisches Talent ausspielen darf. Und zum anderen Maria Bello ("A History of Violence") - sie ist schlicht hinreißend in der Rolle der Jocelyn, die genau wie die Titelheldin aus Austens "Emma" am liebsten jeden verkuppeln möchte, dabei aber völlig blind ist für ihr eigenes Glück.
Die Autorin und Regisseurin: Robin Swicord entwickelt sich langsam zur Spezialistin für Frauenfilme. Nachdem sie sich als Drehbuchautorin mit Romanbearbeitungen wie "Betty und ihre Schwestern" oder "Die Geisha" einen Namen gemacht hatte, wählte sie für ihr Regiedebüt die Leinwandadaption des gleichnamigen Bestsellers von Karen Joy Fowler. Ihre Dialoge klingen zwar längst nicht so schön messerscharf wie bei Jane Austen. Doch die geheimen Wünsche und Hoffnungen der Protagonisten auf ihrer notorischen Suche nach dem Traumprinzen sind fast dieselben wie vor 200 Jahren.
Fazit: Austen light. Eine amüsante, gediegen fotografierte Romanze ohne störenden Tiefgang - ideal für einen entspannten Sonntagnachmittag.