Die Story: 1818 lernt die aus einer wohlhabenden Familie stammende Fanny Brawne (Abbie Cornish) den bislang erfolglosen Poeten John Keats (Ben Whishaw) kennen. Die vorlaute 18-Jährige, die sich mit dem Schneidern extravaganter Kleider etwas Taschengeld dazuverdient, verliebt sich in den sensiblen Dichter und seine Kunst. Es entwickelt sich eine unschuldige Romanze. Doch Fannys Mutter (Kerrie Fox, "Sturm") widerspricht einer Verbindung mit dem mittellosen Geliebten. Und als Keats dann auch noch an Tuberkulose erkrankt und deshalb aus dem frostigen England ins sonnige Italien übersiedeln muss, scheint die Zeit des Abschieds endgültig gekommen ...
Die Schauspieler: Es ist unglaublich, mit welcher Endgültigkeit Abbie Cornish ("Candy") Fannys Verliebtsein verkörpert. Als John für den Sommer nach London geht, um dort zu arbeiten, füllt Fanny ihr Zimmer mit Schmetterlingen, um die Schönheit ihrer Gefühle zu konservieren. Doch dann kommt ein abweisender Brief von John. Fanny stellt das Essen ein, und die Schmetterlinge gehen elendig zugrunde. "Das Parfum"-Frauenmörder Ben Whishaw gibt Keats mit jener Ernsthaftigkeit, die den meisten Romantikern nachgesagt wird. Besonders großartig sind seine Rezitationen von Keats' berühmtesten Werken wie dem titelgebenden "Leuchtender Stern", wobei dieser Aspekt in der deutschen Synchronisation naturgemäß etwas verliert.
Der Regisseur: In Zeiten, in denen jede halbgare Hollywood-Komödie als "romantisch" durchgeht, ist ein Film wie "Bright Star" ein Geschenk. Die zur Oscar-Mitfavoritin erklärte Regisseurin Jane Campion ("Das Piano") zeigt keinerlei Scheu, sich voll auf die Kraft von kleinen Gesten und Keats` Gedichten einzulassen. Mit ihrer bewusst zurückhaltenden Inszenierung gelingt ihr ganz ohne übertriebene Liebesbeweise Marke "Traumfabrik" die wohl berührendste Kinoromanze des Jahres.