Die Story: André, ein kleinwüchsiger, knuddeliger, knopfäugiger Ganove, ist völlig verzweifelt - dem marokkanischen Pechvogel bleiben nur noch wenige Stunden, um seine horrenden Schulden bei diversen Gangsterbossen zu bezahlen. Beim Versuch, sich von einer Seine-Brücke zu stürzen, trifft er auf eine andere Selbstmordkandidatin: die mysteriöse langbeinige Angela. Er hilft ihr zurück ins Leben - ohne zu ahnen, dass sie ihn schließlich retten wird ...
Die Schauspieler: Dass Jamel Debbouze (André) in Frankreich ein bekannter Comedian ist, nutzt uns nicht allzu viel - von seinem Witz, wenn er je vorhanden war, ist jedenfalls in der deutschen Version seiner endlosen, ein wenig nervigen Schnellschwätz-Kaskaden kaum etwas zu spüren. Rie Rasmussen, Multitalent aus Kopenhagen, ist nicht nur Schauspielerin ("Femme Fatale") und erfolgreiches Model, sie malt und zeichnet auch, fotografiert, schreibt Drehbücher, führt Regie und hat binnen drei Monaten gelernt, perfekt Französisch zu sprechen. Als Angela wirkt sie indes arg unterkühlt. Doch die Hauptrolle spielt hier ohnehin jemand anders: die Stadt Paris. Und sie macht das gewohnt souverän.
Der Regisseur: Sechs Jahre liegt die letzte Regiearbeit von Luc Besson ("Johanna von Orleans") zurück. Bei seiner filmischen Liebeserklärung an seine Heimatstadt konzentriert er sich erstaunlicherweise auf die bekannten Postkarten-Schauplätze: Notre Dame, Sacré-Coeur, Pont Neuf ... Allerdings hat er sie mit seinem langjährigen Kameramann Thierry Arbogast in beinahe magische SchwarzWeiß-Bilder getaucht - eingefangen im Morgengrauen, wenn die Stadt noch fast menschenleer ist. Leider zerstört Besson diese Poesie immer wieder durch uninspirierte Plapper-Dialoge, die uns etwa einbläuen, nicht zu lügen und Selbstvertrauen zu entwickeln. Ein bisschen mehr Vertrauen in seine Bilder hätte auch dem Regisseur nicht geschadet.
Fazit: Geschwätzige, märchenhafte Romanze, erzählt in traumhaft schönen Schwarz-Weiß-Bildern.