Die Story: Findelkind Patrick, illegitimer Spross eines Dubliner Priesters, merkt schon früh im katholischen Internat, dass er anders ist als andere Jungs: Am liebsten läuft er geschminkt und in Frauenkleidern herum. Als junger Transvestit namens Kitten macht er sich in den 70er Jahren auf die Suche nach seiner Mutter: Eine wilde Odyssee beginnt, in deren Verlauf sich Kitten etwa in einen Glamrock-Sänger verknallt, einen Varieté-Zauberer verführt und immer wieder prekäre Situationen überlebt - mit Charme und Chanel Nr. 5.
Die Schauspieler: Spitzen-Darsteller wie Liam Neeson und Stephen Rea glänzen in Nebenrollen - doch sie werden alle überstrahlt von Cillian Murphy: Der diabolische blauäugige Killer aus "Red Eye" beweist mit dieser schillernden Performance einmal mehr, dass er zu Recht als derzeitiger Shooting-Star gefeiert wird. Beeindruckend charismatisch und beinahe beängstigend glaubwürdig verkörpert er Kitten, den rebellischen Transvestiten mit reinem Herzen und herzzerreißend optimistischem Gemüt. Mann-o-Mann, was für eine Frau!
Der Regisseur: Neil Jordan ("The Crying Game") gelingt in seiner zweiten Verfilmung eines Romans von Patrick McCabe (nach "The Butcher Boy") eine einmalige Kombination: ein grellbuntes Märchen mit grimmigem Humor, getragen von einem großartigen Soundtrack - und zugleich ein politischer Film, der Themen wie den IRA-Terror oder illegale Abtreibung nicht ausspart, aber wunderbar leichtfüßig daherkommt und vor Lebenslust nur so sprüht.
Fazit: Ein schillerndes kleines Filmjuwel - provokant, poetisch, packend.