Der Ritterschlag erfolgte am 17. November. Da durfte Martin Jol im Rahmen der sogenannten "Hamburger Soirée" an der Seite von Bürgermeister Ole von Beust plaudern. Unter dem handverlesenen Publikum im Gobelin-Saal des "Vier Jahreszeiten" lauschten ihm Banker, Reeder, PR-Größen und Sport-Prominenz. Zuvor war noch keinem Trainer des Hamburger SV diese Ehre zuteilgeworden, nur die erste Garde der Sportprominenz wie Günter Netzer, Franz Beckenbauer, Boris Becker oder "Franzi" van Almsick trat dort auf.
Der Niederländer hat sich in den knapp sechs Monaten seines Engagements in Hamburg als Glücksfall erwiesen. "Unser bester Neuzugang ist Martin Jol", sagte Vorstandschef Bernd Hoffmann. Dabei war der 52-Jährige bei der quälend langen Trainersuche der Hanseaten nach dem angekündigten Abschied von Huub Stevens zum Saisonende gar nicht erste Wahl. "Warum ruft ihr jetzt erst an?", waren seine Worte, als Sportchef Dietmar Beiersdorfer im Frühsommer schließlich doch Kontakt zu ihm aufnahm.
Die Antwort kennt Jol inzwischen: "Didi hat gedacht, ich sei zu teuer." Billig ist er tatsächlich nicht. Von 2,5 Millionen Euro Grundgehalt ist die Rede, das sich je nach Erfolg auf drei Millionen steigern kann. Mittlerweile scheint er auf einem guten Weg, einen Teil der Prämien abzuholen. Die Hinrunde hat der HSV mit einem Punkt mehr abgeschlossen als im Vorjahr, steht im Achtelfinale des DFB-Pokals und unter den letzten 32 im UEFA-Pokal.
"Wir sind voll im Soll, ich bin sehr zufrieden", sagt Jol, der manchmal so tut, als könne er die erfolgreiche Hinrunde selbst nicht glauben: "Wir haben in Rafael van der Vaart vor der Saison den entscheidenden Spieler verloren, die Neuzugänge sind spät dazugekommen und bis auf Mladen Petric noch nicht voll eingeschlagen, und wir hatten viele Verletzte."