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RING 2

Wut über die rote Welle

Stephan Klaver (25) nerven die roten Ampeln

Foto: Röer

Hamburgs Autofahrer sehen rot - immer dann, wenn die Ampel genau vor ihrer Nase umschaltet. Besonders nervig wird's, wenn mehrere aufeinanderfolgende Anlagen nicht abgestimmt sind: Kaum ist die eine grün, springt die nächste wieder auf Rot - die "rote Welle". Am schlimmsten ist es laut ADAC am Ring 2. Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) kündigte an, sich des Problems anzunehmen. Die MOPO überprüfte nun, was aus dem Versprechen geworden ist.



Bereits vor einem Jahr berichtete die MOPO über die "roten Wellen" am Ring 2. Damals hatte der ADAC gleich zehn Kreuzungen ausgemacht, die die Autofahrer Tag für Tag zur Weißglut trieben. "Der Verkehrsfluss wird durch die Ampelschaltung erheblich gestört", sagte Carsten Willms, Verkehrspolitischer Sprecher des Verkehrsclubs. Bei der BSU sah man die Situation damals um einiges entspannter: Lediglich bei vier der zehn Kreuzungen erkenne man Probleme. Und: "An dreien davon arbeiten wir bereits an einer neuen, besseren Schaltung", hieß es aus der Behörde.



Die MOPO überprüfte nun das Versprechen der BSU. Das Ergebnis: Fast gar nichts hat sich geändert. Nur an der Kreuzung Schloßstraße/Robert-Schuman-Brücke hat sich die Situation entspannt. Hier wurden die herkömmlichen Lichtsignalanlagen (so die offizielle Bezeichnung) durch "intelligente Ampeln" ersetzt. Diese können das jeweilige Verkehrsaufkommen messen und kurzfristig reagieren: Sind überdurchschnittlich viele Autos unterwegs, bleibt die Ampel länger grün. Bislang sind aber nur rund 50 der insgesamt 1750 Hamburger Ampeln "intelligent".



Bei den restlichen drei Nerv-Ampeln (Rennbahnstraße/Washingtonallee, Alsenstraße/Stresemannstraße und Holstenstraße/Max-Brauer-Allee) hat sich überhaupt nichts geändert. BSU-Sprecherin Helma Krstanoski: "Wir haben die Anlagen überprüft. Leider wären dort kostenintensive bauliche Maßnahmen notwendig." Weil die Kassen leer sind und das Ausbessern der unzähligen Schlaglöcher Millionen verschlingt, wird sich an den besagten Kreuzungen sobald nichts ändern. "Auf vielen Straßen ist das Verkehrsaufkommen derart hoch, dass die Stauprobleme nur wenig mit der Ampelschaltung zu tun haben", sagt Krstanoski. "Es sind zu bestimmten Zeiten einfach zu viele Autos unterwegs."



Dem ADAC reicht das nicht. Carsten Willms: "Wir wissen, dass intelligente Ampeln teuer sind. Aber an den drei Ringen sind sie zwingend notwendig. Sonst wird sich an der Situation nie etwas ändern."

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Datum:  15.5.2010
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