Zum Alten Senator". Das klingt nach Holzvertäfelung, Mief und Bratkartoffeln. Letzteres stimmt sogar. Doch kommen sie als Offenbarung auf den Teller, knusprig und nicht in Fett ertränkt.
Und irgendwie sind die Erdäpfel Symbol des Wandels, der sich in dem Traditionslokal unweit des Michels vollzogen hat: Die Portraits der Senatoren hängen zwar noch an den Wänden, doch ansonsten ist das Restaurant im Patrizierhaus komplett neu gestaltet. Nicht nur wegen der prasselnden Kaminfeuer - auf zwei Flachbildschirmen - fühlt man sich im Gastraum sofort wohl.
Doch zunächst lässt uns die Chefin zu lange auf den sehr guten offenen Wein (Chardonnay aus Südfrankreich und Riesling vom Mittelrhein) zu 4,20 Euro pro 0,2 Liter warten.
Die Vorspeisen lassen uns die Wartezeit vergessen: Getrüffelte Selleriesamtsuppe mit Flusskrebsen (6,50 Euro) und klare Ochsenschwanzsuppe mit hausgemachten Maultaschen und Gemüseperlen (7 Euro) - einfach perfekt. Diese Klasse wurde bei den Hauptgerichten durchgehalten. Am Rinderfilet mit Marktgemüse und gebratenen Würfelkartoffeln (21,50 Euro) gab es nicht das Geringste auszusetzen. Der dazu empfohlene spanische Cabernet (4,50 Euro) passte hervorragend.
Die rosa gebratene Barbarie-Entenbrust auf Spitzkohl mit Himmel und Erde (20,50 Euro) war ebenfalls sehr gut. Prima Abschluss eines gelungenen Abends ist das Walnuss-Honig-Eissoufflé mit Feigen (7,50 Euro). Besonderes Lob verdient die kleine, aber sehr gute Weinauswahl. Die Flaschen kosten zwischen 17,50 und 51,50 Euro.
Fazit: Das selbstgesteckte Ziel, bei Hamburger Restaurants der Neuen Deutschen Küche zu den Top Ten zu zählen, dürfte bereits erreicht sein.