MOPONews
News

RAZZIA IN VILLA

Ein Millionär wird abgeführt

Er wohnt in einer Villa mit unverbaubarem Elbblick. Er fährt Maserati, Bentley und Ferrari. Burim Osmani (42) hat es geschafft. Der Multimillionär und Kiez-Großgrundbesitzer wollte sogar das neue Millerntor-Stadion bauen - immerhin ein 75-Millionen Euro-Projekt. Doch jetzt ist der Erfolgsmann gestolpert, sitzt sogar im Knast. Der Vorwurf: Beihilfe zu einem Millionen-Betrug in Potsdam.



Die ruhige Stichstraße Am Leuchtturm oberhalb des Wittenbergener Elbstrands gestern Morgen. Neben den Prachtvillen links und rechts wirkt Haus Nummer vier unscheinbar. Von seinem Wintergarten hat Bewohner Burim Osmani allerdings einen Elbblick, der die Nachbarn vor Neid erblassen lässt. Als sich um 8.20 Uhr das dunkelgrüne schmiedeeiserne Tor lautlos öffnet, blinzelt Osmani am Steuer eines Maseratis Quattroporte (400 PS, Grundpreis: 107000 Euro) in die Sonne.



Ganz braver Familienvater, fährt der Multimillionär seine Kinder in die Schule, biegt dann aufs Gelände des "Gastwerk"-Hotels im Otto-von-Bahrenpark an der Gasstraße ein. Er will sich hier mit einem Geschäftsfreund treffen. Doch stattdessen warten sechs Herren in zwei schäbigen Ford-Mondeos auf ihn. Als Osmani den Satz "Guten Tag, Kripo Hamburg" hört, nimmt der sonnige Morgen für ihn eine dramatische Wendung.



Die Spezialermittler "Organisierte Kriminalität" des Landeskriminalamts eröffnen ihm, dass ein Haftbefehl vorliegt. Gleichzeitig fahren Mannschaftswagen der Bereitschaftspolizei Am Leuchtturm und in seinem Büro an der Reeperbahn vor - Razzia!



Worum geht es? Ein Unternehmer (64) wollte auf einem Grundstück gegenüber der Potsdamer Staatskanzlei eine Seniorenresidenz bauen. Doch eine Wiesbadener Bank wollte den benötigten 10-Millionen-Kredit nur bewilligen, wenn mindestens 40 Prozent der 100 Wohnungen verkauft sind. Da kam Osmani ins Spiel: In einem angesehenen Hamburger Notariat wurde besiegelt, dass Osmani Appartements im Wert von fast fünf Millionen Euro abnimmt. Die Bank zahlte einen Teilkredit aus.



Clemens Lückemann, der die Ermittlungen als Leitender Oberstaatsanwalt in Würzburg führt, zur MOPO: "Wir gehen davon aus, dass das ein Scheinvertrag war." Nach Informationen des Mafia-Experten und Buchautors Jürgen Roth ("Der Deutschland-Clan", neu erschienen bei Eichborn) soll Osmani 500000 Euro Provision kassiert haben. Ein bayerischer Richter erließ wegen Fluchtgefahr Haftbefehl. Der Kaufmann muss nun nach Süddeutschland in U-Haft. Die Reise im Gefangenenwagen dauert mehrere Tage. Auf der Fahrt dürfte sich Osmani nach seinem Maserati sehnen.



WER SIND EIGENTLICH DIESE OSMANIS?



Burim Osmani gehört einem Familienclan an, der seit gut 15 Jahren mit Gastronomie und Immobilien Geschäfte macht. Sein älterer Bruder ist Quazim Osmani. Weil er den Grundstein für sein beachtliches Millionenvermögen nach eigenen Angaben mit Glücksspielgewinnen gelegt hat, wird er Felix ("Der Glückliche") genannt. Quazim Osmani hatte der MOPO 2001 gesagt, er werde seit vielen Jahren von der Polizei verfolgt, ohne dass man ihm erhebliche Straftaten nachgewiesen hätte. Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat seine Erkenntnisse in einem vertraulichen Papier dokumentiert, das die MOPO hier abdruckt. Belastende Passagen mussten wir aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes schwärzen.



Als "xx xxxx" der XX in Hamburg gelten die drei aus dem Kosovo stammenden Brüder:



- Osmani Qasim, genannt "Felix", geboren am 08.10.60 oder 08.12.60 (abweichende Schreibweisen des Vornamens sind: Quazim, Qazim, Quasim, Kasim, Dazim)



- Osmani Bashkim



- Osmani Burim



Mit ihren xxxxx xx Aktivitäten xxxxxxxxx, xxxxxxxx, xxxxxxxx, xxxxxxxxxxxxxx setzen sie Beiträge in Millionenhöhe um, wobei sie sich in der operativen Arbeit betont im Hintergrund halten und andere für sich arbeiten lassen sollen. Der Clan soll auch xxxxxxxxxxx ausführen (lassen) und mit der xxxxxxxxxxxxx kooperieren. (...)



Osmani Qasim ist bosnischer Staatsangehöriger und in Deutschland, Tschechien, Ungarn sowie in Jugoslawien im xxxxxxxxxxx aktiv; weitere Verbindungen bestehen nach Belgien und in die Schweiz. Er besitzt in Hamburg xxxxxxxx und soll in Kroatien/Istrien Immobilien erworben haben, die mangels eigener kroatischer Staatsangehörigkeit auf eine andere Person eingetragen sind.



Der Schwerpunkt seiner Immobilienkäufe liegt bei Gewerbeobjekten (xxxxxxxxx xxx xx xxx xxxxxxxxx xxxxxxxx xxxxxx). Eine weitere Form des Immobilienerwerbs erfolgt über "Finanzhilfen" an Personen in finanziellen Schwierigkeiten; kann die Schuld nicht getilgt werden, übernimmt eine dritte Person, die nicht in krimi nelle Aktivitäten verwickelt ist, für Osmani das Objekt.

Weitere Meldungen News
Zehn Qantas-Airbusse bleiben vorübergehend am Boden.

Mechaniker haben 36 Haarrisse in den Tragflächen einer Maschine entdeckt, nun bleiben alle zehn Modelle des Mega-Fliegers erst einmal am Boden.   mehr...

In der Bilsteinhöhle wachsen Turbo-Stalagmiten – Höhlenforscher Stefan Enste ist fasziniert.

Es ist ein spektakuläres Naturschauspiel: In einer Tropfsteinhöhle im Sauerland sprießen skurrile Eiszapfen aus dem Boden. Normalerweise wachsen Stalagmiten nur einen Zentimeter in 100 Jahren, die Turbo-Zapfen wachsen zehn Zentimeter am Tag!  mehr...

Ein Deutscher soll sein Gebiss vor vielen Jahren verloren haben.

Er trieb es einfach zu doll: Beim Sex mit einer Prostituierten ist ein Rentner (74) aus Taiwan qualvoll gestorben. Beim Akt verschluckte er sein Gebiss und erstickte.  mehr...

Datum:  10.5.2006
Empfehlen: E-Mail
Kontakt: Redaktion
Artikel: Drucken

Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?