Die würde am liebsten vier Jahre hinter verschlossenen Türen in ihrer Behörde rumwerkeln, um der ehrfürchtigen Öffentlichkeit vor der Wahl eine grandiose Bilanz zu präsentieren. Wühlmäuse scheuen die Scheinwerfer und ziehen lieber die Strippen hinter den Rampensäuen.
Denn die Rampensäue sind damit beschäftigt, die Öffentlichkeit bei Laune zu halten. In Hamburg haben wir davon zwei Prachtexemplare: Christa + Christoph, das dynamische Duo. Die Zweite Bürgermeisterin Christa Goetsch und ihr CDU-Pendant Christoph Ahlhaus sind die Aushängeschilder ihrer Parteien - eigentlich. Denn plötzlich sind sie von der Bildfläche verschwunden. Was ist passiert?
Goetsch war erst das grüne Wahlkampf-Zugpferd, dann das Gesicht der Schulreform. Jetzt will sie niemand mehr sehen - so scheint man zumindest in der Schulbehörde zu denken. Zwar schüttelt die Senatorin fleißig Hände und vergibt ständig Preise. Doch politisch ist die Zweite Bürgermeisterin weg vom Fenster. Das Vakuum füllen Fraktionschef Jens Kerstan und Parteichefin Katharina Fegebank.
Auch bei Ahlhaus scheint nach seiner furiosen Sommer-Charmeoffensive die Luft raus. Seit der Verkündung des Sparpakets tritt der "Bürgermeister zum Anfassen" nur noch im Notfall vor die Kameras. Stattdessen übt er sich als Grüßaugust: Allein am kommenden Montag hält er drei "Grußworte", mal zu Märchenschiffen, mal zu Weihnachtstannen. Am Donnerstag sind es zwei. Doch wenn Ahlhaus auch noch zur Wühlmaus wird und nur zu inhaltsarmen Themen den Kopf aus dem Rathaus streckt -dann wirkt die Stadt eher kopflos.