Piratenpartei? Dass sei doch nur ein dilettantischer Haufen von lichtscheuen Computernerds, höhnten Politiker der etablierten Parteien noch vor Monaten. Aber der Wind hat sich gedreht: Sechs Prozent der Deutschen können sich inzwischen vorstellen, den angeblichen Freaks ihre Stimme zu geben. Mit ihrem Kernthema Bürgerrechte wildern die Piraten vor allem im Wählerrevier der Liberalen - nun beginnt sich die FDP ernsthaft davor zu sorgen, dass die Piraten den Bundestag entern könnten.
"Die beste Strategie ist, die Piratenpartei gar nicht erst aktiv ins Gespräch zu bringen", rät die Spitze der "Jungen Liberalen" deshalb ihren Mitgliedern. In einem internen Papier wird den Julis Wort für Wort diktiert, wie sie auf Fragen zu den Piraten zu reagieren haben: "cool bleiben" und den Freibeutern dann bitte schön "Enteignung" beim Thema Urheberrecht vorwerfen, befiehlt die Parteispitze.
Die Vokabeln "selbst denken" und "eigene Argumente finden" fehlen dagegen merkwürdigerweise in dem Papier, das nun auch noch ins Internet durchgesickert ist. "Haha", freut sich da ein Pirat in einem Forum, "wenn die so weitermachen, kriegen wir auch noch ein paar Mitglieder von denen."