Bei der CDU haben Frauen keine Chance. Schon jetzt tummeln sich unter den 63 CDUlern in der Bürgerschaft nur 15 Frauen. Ganze 24 Prozent! Dabei gab sich die Union schon Mitte der 90er Jahre - ganz emanzipiert - ein Frauen-Quorum.
Jeder dritte Platz in den Parlamenten sollte dem weiblichen Geschlecht gehören. Doch frei nach dem Motto "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?" scheint die Altherrenriege der Union bei der Kandidatenkür für die nächste Bürgerschaft wild entschlossen, den immer noch viel zu niedrigen Frauenanteil in der Politik noch weiter zu reduzieren.
In allen 17 Wahlkreisen der Union setzten sich gegen die Parteipaschas auf den ersten drei Plätzen gerade einmal sechs Frauen durch. Das sind nicht einmal zwölf Prozent. Im Wahlkreis Süderelbe kam Lydia Fischer auf Platz eins. Wohl nur dank der Schützenhilfe ihres Ehemanns, des mächtigen CDU-Kreisfürsten Ralf-Dieter Fischer. In Bergedorf kam die beliebte Bürgerschafts-Seniorin Elke Thomas ebenfalls auf Platz eins. Zweite Plätze erkämpften sich Natalie Hochheim, Angelika Kempfert und Friederike Föcking. Einen dritten Platz Vera Jürs. Elf bisher im Parlament vertretene Frauen müssen jetzt also versuchen, sich auf einen der rund 20 sicheren Plätze der Landesliste zu retten. Doch dort haben sich nach dem "Hase-und-Igel-Prinzip" bereits ebenso die Männer breitgemacht. Besonders einfühlsame Politiker, wie der CDU-Macho Karl-Heinz Warnholz, planen sogar, sich neben einem sicheren Platz im Wahlkreis zusätzlich auf der Landesliste der CDU abzusichern.
Peinlich: Die neue "Frauenförderung" der CDU scheint System zu haben. Auch bei der Wahl der Abgeordneten für die Regionalkonferenz der Metropolregion Hamburg war unter den 14 Vorschlägen der CDU nur eine Frau.