Stahlhelm, Marschgepäck und ein Gewehr aus Bronze liegen auf einem Findling an der Hummelsbüttler Hauptstraße. Darüber prangt der Schriftzug: "Unsern Helden 1914-1918, 1939 bis 1945". Erklärtafeln neben diesem Kriegerdenkmal? Fehlanzeige. Jahrelang kämpft die GAL bereits für eine Korrektur, die Wandsbeker Linken fordern, alle Kriegerdenkmäler im Bezirk kritisch aufzuarbeiten. In Hamburg soll es rund 100 geben.
Sie gelten als Anziehungspunkt für Neonazis. Und sei es für Putzaktionen der Bronzereliefs. Laut Vasco Schultz, Fraktionschef der Linken, gebe es gerade in Wandsbek eine ganze Reihe Denkmäler, deren kriegsverherrlichende Aufmachung in aller Regel unwidersprochen zur Schau gestellt werde. "Hier werden Soldaten pauschal als Helden verehrt. Im Gegensatz zu anderen Bezirken gibt es in Wandsbek auch kein Friedensmal oder zumindest Gegendenkmal. Das muss sich ändern", fordert Schultz.
Astrid Boberg, GAL-Bezirksabgeordnete, kämpft seit 2003 gegen das Denkmal. Damals habe eine Umfrage ergeben, dass 76 Prozent nicht mit dem Denkmal einverstanden sind. Regelmäßig soll es Proteste von Anwohnern geben. Ohne Erfolg.
Das liegt offenbar an der CDU im Alstertal und dort ansässigen Vereinen. "Es gibt eine breite Mehrheit, die sich dafür ausspricht, dass es so bleibt, wie es erschaffen wurde", sagt Dennis Thering, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes. Man habe Aufklärung in der angrenzenden Schule gefordert, sehe aber darüber hinaus keinen Handlungsbedarf. "Aus heutiger Sicht kann man die Soldaten nicht als Helden bezeichnen, früher haben das viele nicht gewusst. Wir sehen das nicht als Kriegsverherrlichung."
Dass es anders geht, zeigt sich in Meiendorf. Am Deepenhornteich wurde eine Tafel mit Inschrift erneuert. Dort steht nun: "Ehret die Toten des Ersten und Zweiten Weltkrieges." Ursprünglich hieß es: "Treue um Treue. Unseren Helden die dankbare Heimat. Meiendorf 1914 bis 1918". Der Kulturausschuss Wandsbek wird sich mit der Denkmalfrage befassen.