Er ist der Typ von Seite eins, das Gesicht des HSV: Rafael van der Vaart. Täglich droht eine Offerte in die HSH Nordbank Arena zu flattern. Ein Angebot, den Superstar im Sommer zu kaufen. 20 Millionen Euro stehen für den Niederländer im Raum, der von einem europäischen Topklub träumt. Der HSV würde aber nicht nur einen Edeltechiker verlieren - sondern auch die Marke van der Vaart.
Die Zahlen sprechen für sich: Acht Mal war der HSV in der Hinrunde Titelthema des Fußballmagazins "kicker". Sechs Mal davon war das Konterfei des "Maestro" abgebildet. Drei Kataloge des Otto-Versands kamen 2007 auf den Markt, zwei davon zierte das Gesicht seiner Gattin Sylvie. Spricht man in Europa vom HSV, fällt stets der Name van der Vaart. "Er hat über den Platz hinaus eine enorme Strahlkraft für den Verein. Gerade in der Gesamtkonstellation mit seiner Frau", sagt Vorstand Katja Kraus.
Wie wird ein Profi-Fußballspieler wie van der Vaart zu einer derart wertvollen Marke? Durch "seine guten Leistungen. Marke entsteht als wirtschaftliche Kraft immer, wenn sich zahlende Anhänger um seriöse Leistungen versammeln. Das funktioniert so bei einem guten Bier, bei einem Auto - und bei einem Sportler", sagt Professor Alexander Deichsel, Direktor am Institut für Markentechnik in Genf.
Drohend steht die Summe von 1,5 Millionen Euro im Raum, die der Verein für den Kapitän im kommenden Jahr noch bekommen würde. Ein Wechsel nach der Rückrunde 2008 klingt vor diesem Hintergrund nur vernünftig. Dabei darf aber der Wert der Marke van der Vaart nicht unterschätzt werden. Auf die Frage, wie wichtig ein Fußballer als Marke für den Verein ist, meint Deichsel: "Wie wichtig ist der Golf für VW? Natürlich ist ein herausragender Spieler ökonomisch wichtig für ein Unternehmen."
Der Van-der-Vaart-Wahnsinn beim HSV in Zahlen: 31000 Trikots gingen in dieser Saison über den Tisch, 7000 davon mit "Rafas" Nummer 23. 2005 kam van der Vaart zum HSV. Seine Bilanz: 29000 von 101000 verkauften Jerseys. Mehr als zwei Millionen Euro brachte der Verkauf bisher. Sein Wechsel wäre ein herber Verlust für den Verein - nicht nur auf dem Rasen.
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