Die Story: Der New Yorker Werbespezi Eddie (Til Schweiger) scheints geschafft zu haben. Er soll Partner in der Top-Agentur Birk werden und auch noch die Tochter des Hauses als Dreingabe bekommen. Doch dann vergewaltigt sein zukünftiger Schwager Anthony (Sebastien Roberts) Eddies Mitarbeiterin Angelina (Lauren Lee Smith). Die vertraut sich dem vermeintlichen Freund an. Aus Angst um seine Karriere sagt er vor Gericht allerdings gegen sie aus, weil Anthony den notorischen Weiberhelden mit kompromittierenden Fotos erpresst. Trotzdem kommt seine Untreue ans Licht. Er verliert die Verlobte und den Job. Kurz darauf wird Anthony ermordet. Der Verdacht fällt auf Eddie ...
Die Schauspieler: Til Schweiger ist nicht nur der Hauptdarsteller, er hat den Film auch produziert. Für den Mut, darin als ausgesprochener Unsympath aufzutreten, kann man ihn bewundern. Leider gelingt es aber weder ihm noch seinen Mitstreitern, ihre Charaktere glaubwürdig zu verkörpern. Dieses Manko wird vor allem in emotional anspruchsvolleren Momenten offenbar.
Der Regisseur: Es scheint, als hätte der gelernte Werbefilmer Reto Salimbeni sein eigenes Drehbuch nicht in den Griff bekommen. Das ist auch kein Wunder, setzt doch die Story in ihrer von meist aufgesetzt wirkenden Dialogen begleiteten Entwicklung schon ein hohes Maß an Gutgläubigkeit voraus. Noch ärgerlicher ist, dass man sich als Zuschauer manipuliert fühlt. So trieft dem Schurken Anthony, der sich einst sogar an seiner Schwester vergangen hat, bei seinen Auftritten die Bösartigkeit geradezu aus jeder Pore. Zudem lässt die durchsichtige Dramaturgie keinen Zweifel daran zu, dass dem Opfer Angelina letztlich gar nichts anderes übrig bleibt, als die Sache selbst zu regeln. Und das auch noch unter Anleitung eines tatsächlich körperlich in Erscheinung tretenden Racheengels.
Fazit: Eine differenzierte und zum Nachdenken anregende Auseinandersetzung mit den Themen Vergewaltigung und Selbstjustiz sieht anders aus.
BU: Eddie hat Angelina (Lauren Lee Smith) verraten