Schildkröte Dub ist in eine tiefe Depression gefallen. Schaf Dolly leidet an einer Persönlichkeitsstörung. Und Krokodil Kroko traut sich nicht mehr ins Wasser - Diagnose Angstzustände. Kommunikationsdesigner Martin Kittsteiner (36) aus St. Pauli hatte eine irre Geschäftsidee: Er entwirft Kuscheltiere mit psychischen Störungen. Fünf plüschige Patienten (je 29,90 Euro) bietet er bis jetzt in seinem Internetshop www.paraplüsch.de an.
Beim Kauf mit dabei: ein Überweisungsschein mit Lebenslauf und vorläufiger Diagnose sowie ein Therapieplan - damit der neue Besitzer das traumatisierte Stofftierchen kurieren kann. Wie man auf so eine Idee kommt? Alles begann 2003. Martin Kittsteiner scherzte mit seiner damaligen Freundin, einer Psychiaterin. „Wir hatten beide Stofftiere und haben sie ab und zu mal sprechen lassen“, erzählt er. Aus diesen Neckereien entstand die Idee zu Paraplüsch, die Kittsteiner in seiner Diplomarbeit umsetzte. Das kuriose Thema: „Vermarktung psychisch kranker Kuscheltiere über das Internet“. „Stofftiere für Erwachsene werden immer beliebter“, sagt
Kittsteiner. „Sie bieten ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit in einer komplizierten und oft auch kalten Welt. Da kann es passieren, dass man Teile der eigenen Persönlichkeit plötzlich in den Paraplüsch-Tieren wiedererkennt.“ Zu den Kuscheltieren, die er bei „Sigikid“ produzieren lässt, entwickelte der Kommunikationsdesigner auch das kostenlose Online-Spiel „Paraplüsch-Psychiatrie für misshandelte Kuscheltiere“. Dabei können User Dub, Kroko, Dolly und Co. per Mausklick heilen - mit Musiktherapie, Traumanalyse und Motivationstraining. Was als spaßige Idee anfing, entwickelt sich immer mehr zur rentablen Geschäftsidee. Bis zu 1000 Kuscheltiere verkauft Martin Kittsteiner mittlerweile im Jahr. Sogar einige Ärzte und Psychologen sind unter seinen Kunden. „Aber leben kann ich von Paraplüsch noch nicht. Das Ganze ist eben noch ein Nischenprodukt“, sagt er. Doch Martin Kittsteiner feilt weiter an seiner „Psychiatrischen Anstalt“. Einen neuen Plüsch-Patienten wird es ab Dezember diesesJahresgeben: „Dr. Wood“, einen narzisstischen Raben mit Profilneurose ...
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?