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PSYCHEDELISCHER ABERWITZ

Die Reise ins Glück

Die Story: Käpt'n Gustav, mit einer aus Mensch und Tier bunt zusammengewürfelten Mannschaft als Freiheitskämpfer unterwegs, geht mit seinem Schneckenschiff bei einem Eiland vor Anker. Doch auf der vermeintlich unbewohnten Insel herrscht sein alter Kumpel Knuffi als tyrannischer König, der von zwei für ihren ständigen Harndrang berüchtigten Propagandaministern unterstützt wird. So nimmt der Wahnsinn seinen Lauf ...

Die Schauspieler sind alle Laien - bis auf zwei Ausnahmen: die Bärin Nora ("Asterix") und ihr Double Gipsy, die abwechselnd Käpt'n Gustavs Ersten Offizier geben. Der sitzt gern am Klavier, wenn er nicht gerade mit einem Eimer durch die Gegend läuft und mit der Stimme von Harry Rowohlt spricht.

Der Regisseur: Die zehnjährige Entstehungsgeschichte von Wenzel Storchs Film ist ebenso wahnsinnsbehaftet wie das Ergebnis. Allein zwei Jahre dauerte es, bis die hauptsächlich aus Schrott und Sperrmüll liebevoll detailfreudig zusammengebastelten Kulissen in einer Lagerhalle aufgebaut waren. Als das Mega-Projekt vor vier Jahren an Geldmangel zu scheitern drohte, stopften befreundete Künstler durch Benefizveranstaltungen die gröbsten Finanzierungslücken. Trotzdem sitzt der tollkühne Filmer aus Hildesheim ("Sommer der Liebe") nun erst mal auf einem Berg Schulden. Sein Werk entzieht sich jeder Kategorisierung, es ist ein Ausbund schier grenzenloser Fantasie, die zahlreiche psychedelische und surreale Blüten treibt und Mut auch zu Ekligem zeigt. Wer das Kino nicht fluchtartig verlässt, wenn ein sprechendes Kaninchen ein aus Bürsten zusammengebautes Irgendwas bespringt und sich beim Orgasmus in eine plüschige Zeitmaschine verwandelt, ist hier genau richtig.

Fazit: Den Film kann man nur lieben oder hassen. Wenzel Storch aber muss man lieben - allein schon für seinen unerschütterlichen Enthusiasmus.

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Datum:  6.1.2005
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