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PROTESTE GEGEN BILDUNGSPOLITIK

Studenten stürmen die Nordbank

Es waren die ersten Banküberfälle, bei denen die Täter etwas mitbrachten. Die jungen Leute, die gestern Geldinstitute in der City stürmten, wollten keine Scheine - sie drückten den Mitarbeitern Rosen in die Hand. Mit den symbolischen Banküberfällen haben Studenten gestern gegen die Bildungspolitik protestiert.



Schon seit Montag gehen Schüler und Studenten bundesweit beim Bildungsstreik auf die Barrikaden. Warum der Sturm auf Banken? "Sie taumeln kurz und bekommen ein Pflaster in Milliardenhöhe. Die Bildung taumelt seit 20 Jahren und bekommt nur Trostpflaster", so ein Student, der die Aktion mitorganisiert hat.



Los geht es um 14 Uhr auf dem Uni-Campus. Etwa 150 junge Leute sind gekommen. Der Organisator nennt über Megafon die Spielregel: "Die Aktion ist absolut friedlich." Dann teilen sich die Studenten in Gruppen auf, es geht in die City. Ein Ziel ist die HSH-Nordbank am Gerhart-Hauptmann-Platz. 60 Leute stürmen das Gebäude. "Geld für Bildung statt für Banken", rufen sie und verteilen Rosen, Flugblätter und Konfetti. Nach zehn Minuten ziehen sie weiter zur Deutschen Bank (Spitalerstraße). Hier gelingt es nur wenigen, einzudringen - die Polizei ist schon da. Die Proteste gehen vor der Tür weiter. Auch die Haspa-Filiale an der Spitalerstraße wurde gestürmt.



Eine weitere Protestaktion gab es gestern an den Landungsbrücken. Dort hatten sich ungefähr 35 "Piraten" versammelt, marschierten Richtung Fähranleger und enterten mit dem Schrei "HVV für alle und zwar umsonst" die Fähre "Harmonie". Rund 20 der verkleideten jungen Männer und Frauen sprangen auf das ablegende Schiff, das daraufhin wieder an den Kai fuhr. Nach wenigen Minuten gingen die "Piraten" wieder von Bord und zerstreuten sich. Heute geht die Bildungsstreik-Woche mit einem Campus-Fest zu Ende.

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Datum:  19.6.2009
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