PROTEST
Hamburgs Kita-Aufstand
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Sie demonstrierten unter dem Motto "Kinder sind Zukunft, kein Luxus" in der City gegen die massive Erhöhung der Kita-Gebühren um bis zu 100 Euro und gegen höhere Beiträge fürs Mittagessen in den Kitas.
"Dieser Senat hat keinerlei Sensibilität für Familien und für Frauen", ärgert sich Hendrike Schmietendorf (39) aus Altona. Die Mutter zweier Söhne gehört zu den Demo-Initiatoren, einer Facebook-Gruppe mit 3000 Mitgliedern.
Schmietendorf und ihr Mann sind beide berufstätig, die Kita für ihre Söhne (5 und 1,5) wird ab August 700 Euro pro Monat betragen statt bisher 540 Euro. Sie betont: "Ich habe immer die Grünen gewählt, aber jetzt bin ich so enttäuscht von dieser Partei." Dass trotz strömenden Regens so viele Eltern mit ihren Kindern auf den Gerhart-Hauptmann-Platz gekommen waren, zeigt die Wut der Betroffenen. "Für die HSH-Nordbank ist Geld da, für die Elbphilharmonie auch, nur nicht für unsere Kinder", so war immer wieder zu hören.
Mit-Organisator der Demo war der Landeselternausschuss (LEA), die gewählte Eltern-Vertretung aller Kitas. "Diese höheren Gebühren betreffen alle Eltern, das lässt sich nicht beschönigen", sagte LEA-Sprecherin Claudia Wackendorff auf dem Podium und reagierte damit auf die Aussagen des Senats, nur ein Drittel der Eltern seien betroffen und das auch "nur" mit einer Erhöhung von im Schnitt 36 Euro pro Monat. Doch Essensgeld müssen schließlich alle Eltern zahlen.
"Wir vertreten alle Eltern, ob arm oder reich oder Mittelschicht", betonte Wackendorff. "Wir lassen nicht zu, dass versucht wird, Eltern gegeneinander auszuspielen." Der LEA fordert die Rücknahme aller Gebühren-Erhöhungen im Kita-Bereich. Druck auf den Senat soll über eine laufende Volkspetition aufgebaut werden.
Die GAL reagierte gestern, indem sie ein Filmchen auf YouTube stellte. Darin rechtfertigen GAL-Chef Jens Kerstan und die familienpolitische Sprecherin der Partei, Christiane Blömeke, die Gebühren-Erhöhung.
Hier demonstrieren die Hamburger gegen höhere Kita-Gebühren
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Hier demonstrieren die Hamburger gegen höhere Kita-Gebühren
Rund 1500 Menschen protestierten gegen den Beschluss des schwarz-grünen Senats, ...
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...dem zufolge sollen die Elternbeiträge um bis zu 100 Euro pro Monat steigen.
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Außerdem steigt das Essensgeld in den Kitas von 13 auf 21 Euro im Monat.
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Marlene (l.) und Kea tragen Papierkronen mit der Aufschrift „Luxuskind“ und Lieb &Teuer“.
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Kalin (oben, l.) und Maira demonstrieren mit ihren Eltern gegen die Gebührenerhöhung in den Kindertagesstätten.
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Florian Krieg (35) und seine Frau Martina Lohr (33) mit Mascha (2) aus Hohenfelde: "Unsere jüngere Tochter Luzie kommt auch bald in die Kita und wir werden wohl den Höchstsatz zahlen müssen. Für unsere Lebensplanung sind diese Zusatzkosten ein Schlag ins Kontor. Wir sind enttäuscht von diesem Senat,den wir zum Teil gewählt haben."
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Clarissa Groh (35) mit Tochter Antonia (2) aus Eimsbüttel: "Hier entscheiden kinderlose Politiker über die Familienpolitik der Stadt. Das darf nicht sein. Die sehen die Realität von Familien überhaupt nicht. Ich habe bisher ein Kind und bin derzeit arbeitssuchend. Es sollte bezahlbar sein, auch in dieser Lage ein zweites Kind zu bekommen."
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Katharina Westberg (31) mit Luca (4) aus Groß Flottbek: "Ich habe zwei Kinder und werde wohl die 100 Euro mehr pro Monat zahlen müssen. Das ist so enttäuschend, ich weiß auch nicht, welche Partei ich noch wählen soll. Diese Politik ist einfach nicht verlässlich. In anderen Bundesländern sind die Kita-Gebühren nicht so hoch."
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Thomas Kruse (41) mit Carlo (4) aus Lokstedt: "Wir haben zwei Kinder und werden 150 Euro mehr pro Monat zahlen müssen. Das habe ich nicht so eben mal im Geldsäckel. Und wir sind auch nicht dazu da, die Steuerlöcher der Stadt zu stopfen. Sollen sie lieber die HSH-Nordbank abschaffen. Meine Frau arbeitet fast nur für die Kita-Gebühren."
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Der kleine Theo hält bei der Demo gegen die Gebührenerhöhung in den Kindertagesstätten ein Schild mit der Aufschrift „Ich bin keine Luxus ich bin Theo!“ hoch.
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