Die Politik wolle das komplette Schulsystem zu schnell und zu tiefgreifend verändern. Die Befürchtung der Schulleiter: Statt mit ihrem Bildungsauftrag werden die Gymnasien in den kommenden Jahren ausschließlich mit den extremen Umwälzungen beschäftigt sein.
49 Schulleiter haben den Brandbrief unterschrieben. "Die erfolgreiche Umsetzung der Schulreform ist extrem gefährdet", schreibt die Schulleiterversammlung. Ein Kritikpunkt sind die Lehrpläne, die Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) deutlich lockern will. Die Schulleiter sprechen von "Beliebigkeit" und fordern: "Das, was die Schüler an Wissen brauchen, um in unserer Kultur zu bestehen, muss definiert bleiben."
Auch fürchten die Praktiker, dass Lehrern durch die Reform zu viel Zeit für bürokratische Dokumentationen abverlangt wird und weniger für das Unterrichten bleibt. Brigitte Köhnlein, Sprecherin der Schulbehörde: "Frau Goetsch wird alle Punkte mit den Schulleitern diskutieren."