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PREMIERE AM THALIA THEATER

»Maria Stuart«

Welche Schmach fürs Schauspielhaus! Den Kampf der Giganten am großen Hamburger Premieren-Wochenende hat das Thalia Theater klar für sich entschieden: Stephan Kimmig zeigte eine souveräne Inszenierung von Schillers "Maria Stuart" und machte damit noch einmal deutlich, warum das Team vom Alstertor in diesem Jahr gleich mit drei Arbeiten zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde, während die Kollegen von der Kirchenallee bei dem renommierten Bühnen-Schaulauf leer ausgingen.



Kimmigs Schiller-Tragödie ist ein dichtes Kammerspiel. Im kreisenden Bühnen-Mausoleum von Katja Haß ist nicht nur Maria, Königin von Schottland, eingekerkert, sondern auch ihre Gegnerin Elisabeth, Königin von England, mitsamt ihrem mehr oder weniger intriganten Hofstaat gefangen. Die auf sechs Männer reduzierte Personnage wirkt wie eine Truppe westlicher Politiker beim Krisengipfel: Im Seminarraum kämpft jeder gegen jeden und jeder auf seine Weise um die Lösung des Problems "Maria".



Sie ist die personifizierte Gefahr, sitzt gefesselt auf einer Art elektrischem Stuhl. Auch Elisabeths Zimmer gleicht einer Zelle. Frei ist hier niemand. Angst ist das beherrschende Element der Szenerie. Verstärkt wird es durch ein Flimmern des Lichts und einen tickenden Ton. Subtil schafft Kimmig eine Atmosphäre der Irritation, stellt unaufdringlich den Bezug zur Gegenwart her - etwa zur Reaktion des Westens auf die "Gefahr" durch den Islam.



Die beiden "Königinnen" Susanne Wolff (Maria) und Paula Dombrowski (Elisabeth) wurden nach der Premiere vom Publikum gefeiert. Obwohl Kimmig beim berühmten Aufeinandertreffen im Park Text gestrichen hat, ist der Zweikampf der Frauen allgegenwärtig: auf der einen Seite die trotz der Bewegungsunfähigkeit vor Kraft und fanatischem Glauben strotzende Schottin, auf der anderen Seite die in ihrer Hysterie gefährliche Elisabeth. Dazwischen die Strippen ziehende Männergesellschaft: das Charakterschwein Leicester (Werner Wölbern), der geschmeidige Burleigh (Peter Jordan) - um nur zwei zu nennen. Bravourös gespielt. Gutes, aufregendes Theater - am Thalia können sies einfach.

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Datum:  26.2.2007
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Julia Sextl

Relativ häufig muss ich kurzfristig ein Taxi bestellen, um noch pünktlich zu einem Termin zu kommen. Meistens stehe ich schon auf der Straße, wenn der Wagen