Lange haben die Politiker gerungen - seit Kurzem ist die neue Fassung des "Pixi"-Buchs "Politik und Demokratie" auf dem Markt. Dieses Mal aber "politisch korrekt".
Wie berichtet hatten Politiker aller Parteien in der Bürgerschaft Änderungsbedarf an dem Kinderbuch angemeldet, das den Kleinsten auf spielerische Weise unser Staatswesen näherbringen soll. Der Vorwurf: Die ursprüngliche Fassung sei nicht genug "gegendert". Heißt: Menschen mit Migrationshintergrund, Behinderte und Frauen kämen gar nicht vor beziehungsweise zu schlecht weg.
Nun kann man über einzelne Änderungswünsche streiten oder sogar lächeln - ist es beispielsweise tatsächlich zu klischeemäßig, dass Mädchen einen rosa Pulli tragen? Fest steht aber, dass den beteiligten Politikern das Lachen zum Teil vergangen ist. So mussten sich beispielsweise die Abgeordneten Nebahat Güclü (GAL) und Kersten Artus (Linke) im Internet beschimpfen lassen. In Blogs von Neonazis riefen Teilnehmer indirekt sogar zur Gewalt auf. In einem Einzelfall wurde die Privatadresse einer Politikerin veröffentlicht.
Artus: "Das Ganze ist sicher keine Posse. Aber natürlich gibt es wichtigere Themen. Ich habe mich eine Stunde mit dem Heft beschäftigt." Güclü ergänzt: "Unsere Stadt ist auf jedes Talent angewiesen. Deshalb müssen wir auch jedes Kind in seiner Individualität wahrnehmen."