Es waren einmal zwei 14-Jährige, irgendwo in Kanada, die hatten den Traum, einmal als Rockstars berühmt zu werden. Also gründeten Steve „Lips“ Kudrow und Robb Reiner im April des Jahres 1973 eine Band namens Anvil – Amboss. In der Besetzung mit Dave Allison und Ian Dickson fanden sie um 1980 herum zu jenem stilbildenden, harten Thrash Metal Sound, der sie in einer gerechten Welt direkt in den Olymp der Rockmusik katapultiert hätte. Aber die Welt ist nun mal nicht gerecht, und so ernteten Nachfolgebands wie Slayer, Anthrax und Megadeth den ganz großen Ruhm und ließen für die Pioniere von Anvil kaum mehr als die Krümel übrig. „Sie waren wohl ganz einfach nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, wie Lemmy Kilmister von Motörhead messerscharf schlussfolgert.
Aber Kudrow, Reiner und Co. haben in all den Jahren dennoch nie aufgegeben, und das könnte sich nun endlich auszahlen: Für seinen schönen Dokumentarfilm hat Sacha Gervasi, der schon einmal für einige Jahre Roadie bei Anvil war, diese nun mit der Kamera begleitet. So erleben wir etwa Lips nicht nur bei seinem profanen Brotjob oder im Kreise seiner Familie, sondern auch im erbitterten Streit plus anschließender Versöhnung mit Reiner. Zu sehen ist außerdem ein Tourneealltag, wie er eigentlich eher zum profanen Erfahrungsschatz von Amateurbands gehört, samt durch Management-Pannen verpasster Flieger oder nicht ausgezahlter Gagen sowie ein Auftritt in Rumänien vor ganzen sieben Zuschauern.
Aber nicht zuletzt durch diesen Film, der von der International Documentary Association (IDA) als bester Dokumentarfilm 2009 ausgezeichnet wurde, scheint sich das Blatt gerade zum Besseren zu wenden. Verdient hätten Anvil, die gerade ihr 13., „This Is Thirteen“ betiteltes Album herausgebracht haben, das allemal.
Fazit: Beileibe nicht das erste intime Bandporträt, aber das Einfühlsamste seit Langem.