Die Story: Um Spenden für sein Urwaldhospital im gabunischen Lambarene zu sammeln, reist Albert Schweitzer (Jeroen Krabbé) mit seiner Frau Helene (Barbara Hershey) 1949 in die USA. In New York trifft er seinen Freund Albert Einstein (Armin Rohde), der ihn für seine Anti-Atomwaffentest-Kampagne gewinnen möchte. Durch das Treffen gerät er ins Visier der Kommunistenjäger um Senator Joseph McCarthy. Die verdächtigen Schweitzer "antiamerikanischer Umtriebe" und versuchen nun alles, um ihn in Misskredit zu bringen. Zurück in Lambarene, droht weiteres Ungemach. Eine ominöse, vom US-Geheimdienst unterstützte Übergangsregierung will die Station schließen, Sabotageakte gefährden die Versorgung der Kranken. Als bereits alles verloren scheint, bekommt Schweitzer unerwartete Unterstützung.
Die Schauspieler: Der Niederländer Jeroen Krabbé beherrscht die Szenerie und wird mit seinem Spiel der facettenreichen Persönlichkeit des Porträtierten weitgehend gerecht. Etwas kurios mutet die Besetzung Armin Rohdes als Albert Einstein an.
Der Regisseur: In seinem Biopic über den Theologen, Philosophen, Musiker und Arzt Albert Schweitzer (1875-1965) konzentriert sich Gavin Millar auf die Jahre 1949 bis 1954. Der Film zeichnet den Friedensnobelpreisträger als vielschichtigen Charakter und unterzieht ihn dabei einer durchaus kritischen Würdigung. Einerseits ist Schweitzer ein idealistischer Humanist, der seine Maxime "Ehrfurcht vor dem Leben" stets ernst nimmt. Andererseits hat er patriarchalische Anwandlungen, mit denen keineswegs nur seine Frau und seine Tochter Rhena (Jeanette Hain) zu kämpfen haben. Sogar die Vorwürfe über die damaligen Zustände in Lambarene scheinen hier nicht alle völlig aus der Luft gegriffen. Doch trotz vieler eindrucksvoller Bilder wird das Ganze - inklusive des Geheimdienst-Plots - nicht besonders filmisch erzählt. Für die Vermittlung wesentlicher Informationen müssen allzu oft Dialoge herhalten.