Die Story: Eine ehrgeizige Untersuchungsrichterin mit dem viel sagenden Namen Jeanne Charmant-Killman und dem ebenso treffenden Spitznamen "Piranha" will einen Sumpf aus Korruption, Bilanzfälschung und Veruntreuung von Millionensummen trockenlegen. Ihr erster Etappensieg: Der einflussreiche Konzernchef Humeau wird von ihr höchstpersönlich zur Strecke gebracht und zur Schnecke gemacht. Doch je mehr sie sich in den Fall verbeißt, desto mehr verfängt sie sich im Geflecht der höchsten Regierungs- und Industriellenkreise - und in den Fallstricken der eigenen Macht ...
Die Schauspieler: Trotz exquisiter Besetzung bis in kleinste Nebenrollen (darunter etwa François Berléand, der bei uns vor allem durch "Die Kinder des Monsieur Mathieu" bekannt wurde, als Firmenboss Humeau) ist dieser Film im Prinzip eine One-Woman-Show der gewohnt großartigen Isabelle Huppert: Mit geradezu diabolischer Lust, atemberaubender Präzision und einer unnachahmlichen Mischung aus Eleganz und Arroganz formt sie aus der Figur der Richterin einen eiskalten Engel.
Der Regisseur: Inspiriert vom Korruptionsskandal um den Ölkonzern Elf Aquitaine, seziert Altmeister Claude Chabrol diesmal Machterhaltungsrituale, Machtmissbrauch und Machttrunkenheit. Perfide, wie er dabei mit den Sympathien des Publikums spielt: Der korrupte Konzernchef Humeau verwandelt sich allmählich in eine bemitleidenswerte Figur, während die Richterin, die anfangs in ihrem Idealismus noch wie eine moderne Jeanne d'Arc wirkt, mehr und mehr an die Grausamkeit und den Fanatismus eines Robespierre erinnert - ungerührt sieht sie zu, wie ihre Ehe zerbricht; mit sadistischer Härte setzt sie ihre Waffen ein; zusehends gerät sie in einen verhängnisvollen "Rausch der Macht" (so der französische Originaltitel des Films).
Fazit: Raffinierte, ruhig inszenierte Mischung aus Komödie und Politthriller mit einer umwerfenden Isabelle Huppert.