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Milk

Die Story: Als 42-Jähriger zieht Harvey Milk 1972 mit seinem Freund und Geliebten Scott Smith von New York nach San Francisco. Im Arbeiterviertel Castro eröffnen die beiden ein Kamerageschäft, das bald zur Keimzelle der städtischen Homosexuellen-Szene wird. Milk beginnt, sich leidenschaftlich für Schwulenrechte zu engagieren. Nach zwei vergeblichen Anläufen wird er Ende 1977 schließlich als erster offen lebender Schwuler in den Stadtrat gewählt. Aus seinem Amt heraus führt er den Kampf gegen eine von religiös-konservativen Kreisen betriebene Gesetzesinitiative entschlossen weiter, die vorsieht, homosexuelle Lehrer aus dem kalifornischen Staatsdienst zu entlassen. Der Stopp des Diskrimierungsvorhabens ist sein letzter Triumph. Wenige Wochen später, am 27. November 1978, wird er von seinem politischen Widersacher Dan White erschossen.



Der Hauptdarsteller: Sich selbst ungewohnt zurücknehmend, stellt Sean Penn sein Können ganz in den Dienst der guten Sache. Zu Recht wurde er für einen Oscar nominiert.



Der Regisseur: Waren seine letzten Arbeiten eher formale Experimente (u. a. "Elephant", "Last Days"), schwimmt Gus Van Sant mit seinem weitgehend faktentreuen, chronologisch erzählten Biopic wieder im Mainstream. Und das ziemlich virtuos. Dabei konzentriert sich der Regisseur auf die Zeit von 1972 bis 1978 - die Jahre, in denen der zuvor unauffällig lebende Harvey Milk zur Ikone der amerikanischen Schwulenbewegung avancierte. Ohne ihn zu heroisieren oder gar zum Märtyrer zu stilisieren, porträtiert er ihn als ebenso humorvollen wie charismatischen Kämpfer für Bürgerrechte, dessen Engagement viele Schwule dazu veranlasste, sich zu outen. Deren damals viel schwierigere Situation ist mit der von heute sicher kaum zu vergleichen. Doch auch 30 Jahre nach Milks Tod hat sich der Gedanke von der Gleichstellung Homosexueller noch längst nicht in allen Köpfen festgesetzt. So wurden etwa vor Kurzem in Kalifornien gleichgeschlechtliche Ehen per Volksentscheid wieder verboten.



Fazit: Sensibel inszeniertes Porträt einer bewunderswerten Persönlichkeit.

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Datum:  19.2.2009
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