Es sind Somalis! Die Identität der neun Piraten, die am Dienstag versucht hatten, das Hamburger Handelsschiff "Courier" im Golf von Aden zu entern, steht fest. Sie sind zwischen 25 und 35 Jahre alt, die Namen liegen der Hamburger Staatsanwaltschaft vor. Die prüft weiter, ob ein Haftbefehl ausgestellt wird und die noch immer auf der Fregatte "Rheinland-Pfalz" festgehaltenen Männer in die Hansestadt überstellt werden.
Laut Wilhelm Möllers, Sprecher der Staatsanwaltschaft, läuft das Ermittlungsverfahren nun wegen eines vollendeten Angriffs auf den Seeverkehr. Bisher hatte die Behörde nur den Vorwurf des versuchten Angriffs geprüft. "Bereits durch den Angriff ist die Sicherheit des Seeverkehrs beeinträchtigt worden", so Möllers. Da die Piraten nach EU-Recht nur zwölf Tage festgehalten werden dürfen, ist Eile geboten. Möllers: "Wir haben die Frist im Blick." Schon am Montag könnte eine Entscheidung fallen.
Sollte kein Haftbefehl ausgestellt werden, werden die Seeräuber möglicherweise nach Kenia überstellt. Die EU-Kommision schloss gestern ein entsprechendes Abkommen mit der Regierung in Nairobi. Darin versichert Kenia, dass jeder human behandelt und "weder Folter noch grausamer, unmenschlicher oder entwürdigender Behandlung oder Bestrafung ausgesetzt wird". Die Bundesregierung prüft jetzt, ob die Piraten den Kenianern übergeben werden können.
Aus dem Bundesinnenministerium hieß es dazu, es gebe keine Grundlage, die Männer nach Deutschland zu holen. Eine Strafverfolgung käme hier nur in Betracht, wenn deutsche Rechtsgüter verletzt wurden. Das sei hier nicht der Fall, weil die "Courier" nicht unter deutscher Flagge fuhr, sondern unter der Antiguas, und an Bord kein Deutscher war.
Tatsächlich befinden sich die Piraten sogar schon auf dem Weg nach Kenia. Am 11. März soll die "Rheinland-Pfalz" in Mombasa einlaufen, weil sie dort eine Konvoi-Begleitung für das "World Food Programme" übernimmt.