Kaum ein anderer Spieler besitzt beim HSV so viele Qualitäten wie Piotr Trochowski. Entsprechend groß sind die Erwartungen. Zuletzt konnte der Nationalspieler sein Potenzial nicht immer abrufen. Zum Ende der Hinrunde stand er gleich zwei Mal nicht mehr in der Startelf und verpasste sich selbst einen Maulkorb. Damit ist nun Schluss. Troche gibt wieder Gas. In der MOPO spricht er über¼
... sein Schweigen in den letzten Wochen: "Ich wollte für mich selbst Zeit zum Nachdenken haben."
... seine Leistung im zurückliegenden Jahr: "Ich finde, dass ich ein ordentliches Jahr 2009 gespielt habe. Natürlich waren auch nicht so gute Spiele dabei. Es ist klar, dass ich noch Entwicklungspotenzial habe."
... seine Einsatzzeiten: "Seit ich beim HSV bin, habe ich jedes Jahr viele Spiele gemacht. Diese Saison habe ich mein 200. Pflichtspiel in fünf Jahren absolviert. In der WM-Qualifikation war ich der Spieler mit der dritthöchsten Einsatzzeit. Das spricht für sich. Natürlich ist es etwas enttäuschend, dass ich in den letzten beiden Ligaspielen nicht dabei war und auch zuvor ab und zu mal ausgewechselt wurde. Das war schon unter anderen HSV-Trainern so. Ich habe mich jedoch immer wieder zurückgekämpft. Ich werde um meine Position kämpfen. Ich sehe mich nicht als Auswechselspieler."
... den eigenen Anspruch: "Ich bin noch nicht da, wo ich sein will, stehe auf der Schwelle zum Führungsspieler. Das ist ein langer Weg. Aber ich bin erst 25 Jahre alt. Es gibt Spieler, die können das von heute auf morgen, und es gibt Spieler, die etwas ruhiger sind. Ein Führungsspieler muss nicht immer den Mund aufmachen. Ich würde niemals auf dem Platz groß rumturnen oder rumschreien. Sicherlich ist das jetzt für mich eine entscheidende Phase. Ich muss den nächsten Schritt machen, es wird weiter nach oben gehen."
... eigene Schwächen: "Die Konstanz ist sicherlich eine Sache, an der ich noch arbeiten muss. Ich will über 90 Minuten, am besten die ganze Saison, alles abrufen. Und ein paar mehr Tore könnte ich natürlich auch schießen."
... Ziele mit Hamburg und dem HSV: "Ich bin ein Hamburger Jung, der seinem Verein und seiner Heimat die Treue hält. Ich liebe Hamburg. Meine Freunde sind hier, meine Familie lebt hier, der Verein ist riesig. Wir haben in den letzten Jahren ordentlich Fußball gespielt, uns stetig verbessert. In Hamburg zu spielen, aber genauso erfolgreich wie der FC Barcelona zu sein, das wäre ein Traum."
... seinen 2011 auslaufenden Vertrag: "Ich fühle mich sehr wohl in Hamburg. Ich will hier Erfolg haben, deutscher Meister werden. Dazu will ich meinen Teil beitragen, auch in der Zukunft. Ich will mit dem HSV etwas aufbauen, auch wenn ich natürlich noch nicht weiß, was in zwei Jahren oder fünf Jahren los ist."
... sich als Typen: "Ich bin vom Naturell ein ruhiger Typ. Ich habe keine drei Frauen oder fahre gegen den Baum, nur um Schlagzeilen zu schreiben."
... Konkurrenz im Team: "Die ist für mich leistungsfördernd. Konkurrenz ist immer gut. Man muss um seine Position kämpfen, das zeichnet ein Top-Team aus, darum sehe ich die Entwicklung beim HSV auch positiv und habe die Hoffnung, dass wir bald in der Champions League spielen werden."
... Sorgen um den WM-Platz: "Ich bin gut drauf, fühle mich wohl und bange nicht um meinen Platz im WM-Kader. Der Trainer kennt meine Qualitäten und Fähigkeiten. Ich gehe davon aus, dass ich bei der WM dabei bin. Ich habe bislang in der Nationalmannschaft gute Leistungen gebracht."