Mario Been, von Martin Jol als der "Kronprinz der niederändischen Trainergilde" geadelt, hält nicht viel von Geheimniskrämerei. "Wollen Sie unsere Aufstellung haben?", fragte er die deutschen Journalisten - und legte los. Martin Jol dürfte für die Informationen des NEC-Trainers dankbar gewesen sein - muss er sich doch schon über die Formation seiner Mannschaft ausgiebig den Kopf zerbrechen. Vor allem im Sturm wartet ein Härtefall.
Mladen Petric, Ivica Olic und Paolo Guerrero - drei Topstürmer, von denen einer heute Abend mit großer Wahrscheinlichkeit zunächst auf der Bank sitzen wird. "Es war schon öfter so, dass ich einem wehtun musste", sagte Jol.
Für die Variante Petric und Olic spricht eindeutig die Torbilanz im UEFA-Cup. Sie sind das 100-Prozent-Duo. Alle neun Tore auf der HSV-Reise durch Europa erzielten die beiden Kroaten. Petric fünf, Olic vier. Guerrero aber ist heiß, netzte in Karlsruhe und gegen Bielefeld ein und sagte zur MOPO: "Ich hoffe, dass ich auch am Mittwoch treffe. Wenn ich auf dem Platz stehe, fühle ich mich immer gut." Sicher ist: Es wird eine hauchdünne Entscheidung.
Probleme, die sein Trainerkollege gerne hätte. Dennis Rommedahl, einziger NEC-Star, fällt wegen Adduktorenproblemen aus. Genauso Rachid Bouaouzan, der von Been wegen Disziplinlosigkeit aus dem Kader geschmissen wurde. "Er hat schon seine Sachen aus dem Spind geholt. Ich kann es nicht verstehen, dass man so mit seinem Talent umgeht", ist Nijmegens Trainer richtig sauer. Die Folge: Ausgerechnet gegen den HSV steht erstmals der 18-jährige Deutsche Bastian Weiser im Kader. Aber ob der den HSV und sein 100-Prozent-Duo wirklich stoppen kann?