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PETER BORCHERT: 130 Polizisten verhaften Rocker-Boss

Peter Borchert

Er hat bereits zehn seiner gerade mal 36 Lebensjahre hinter Gittern verbracht. Körperverletzung, versuchter Totschlag und Waffenhandel gehen unter anderem auf sein Konto. Der Ex-NPD-Funktionär und Vize-Anführer der Bandidos, Peter Borchert, ist einer der gefährlichsten Rocker Norddeutschlands. Jetzt sitzt er mal wieder im Knast - wegen einer Messerattacke bei "Subway" (MOPO berichtete).



Mitte Januar war es im Krieg der Rocker um die Macht in Schleswig-Holstein zu dem Messerangriff gekommen. Im Fast-Food-Laden "Subway" in der Innenstadt von Neumünster wurden zwei Mitglieder der "Red Devils" (Unterstützerclub der "Hells Angels") niedergestochen. Erik B. (45) erlitt durch Stiche in Oberkörper und Bein lebensgefährliche Verletzungen, überlebte jedoch. Bodo W. (50) wurde schwer am Oberarm verletzt. Nachdem die Täter den Opfern ihre "Kutten" geraubt hatten, flüchteten sie in ihr Clubheim. Beamte nahmen 14 Bandidos vorläufig fest. Darunter auch Peter Borchert. Allerdings musste er wieder laufen gelassen werden, weil die Beweise nicht ausreichten. Bis jetzt.



Gestern Morgen schlugen rund 130 Beamte zu. Sie stürmten in eine Wohnung an der Noldestraße in Neumünster und nahmen Borchert und den 28-jährigen Nils H., die in einer Art "Rocker-WG" lebten, fest. Nils H. ist Chef der "Contras Neumünster", ein Unterstützerclub der Bandidos, und kennt Borchert bereits aus der Neonazi-Zeit. Zudem wurde der Bandido Thomas K. (24) verhaftet und die Wohnungen von sechs weiteren Tatverdächtigen in Kiel und Neumünster durchsucht.



"Das ist ein bedeutender Ermittlungserfolg, der diese Gruppe nachhaltig schwächen wird", sagt der Kieler LKA-Direktor Hans-Werner Rogge. Denn Peter Borchert spielt eine zentrale Rolle bei den Bandidos in Neumünster und ist seit Jahren als Gewaltverbrecher bekannt.



Der 36-Jährige soll im August 2008 bei einer Massenschlägerei am Kieler Amtsgericht zwei Mitglieder der "Hells Angels" niedergestochen haben. Er war jedoch freigesprochen worden, weil niemand gegen ihn aussagen wollte (MOPO berichtete). Danach schloss sich Borchert den Bandidos an.



Zuvor war er bereits bekannt geworden als militanter Neonazi mit engen Kontakten zu dem verstorbenen Hamburger Neonazi-Anwalt Jürgen Rieger und Christian Worch und zum Neonazi-Treff "Club 88" in Neumünster. Dort hat es schon häufig Ärger gegeben. Zudem war Borchert Mitglied der Neonazi-Bande "Combat 18 - Pinneberg", die Ende Oktober 2003 von der Polizei zerschlagen wurde.



Auf der Internetseite "StudiVZ" zeigt sich der großflächig tätowierte Borchert auf Bildern stets mit Gangster-Blick. Sein Lieblingszitat: "Ich bin kein Mensch, ich bin Dynamit" (von Friedrich Nietzsche). Seit gestern Mittag sitzen Borchert und die beiden anderen Täter wegen Fluchtgefahr in U-Haft. Ihnen drohen mehrere Jahre Knast wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung.

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