Seit Wochen waren weder sein wuchtiger Hummer noch sein 165 000 Euro teurer Ferrari "F 430 Spider" (490 PS, 310 km/h Spitze, 0 auf 100 in 4,1 Sekunden) auf dem Parkplatz an der HSH Nordbank Arena zu sehen. Während die Kollegen in ihre Luxusschlitten stiegen, spazierte Paolo Guerrero (25) zu Fuß vom Trainingsgelände. Aus einem einfachen Grund: Sein "Lappen" war weg. Gestern musste der HSV-Star zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU, im Volksmund: "Idiotentest").
Ein halbes Jahr war Guerrero bereits ohne Führerschein. Auf dem Platz gab er in den vergangenen Wochen richtig Gas, ging ab wie ein Zäpfchen und knipste gegen Istanbul und Schalke gleich doppelt. Auf der Straße war der Stürmer schon länger fix unterwegs - oft schneller, als die Polizei erlaubt. 15 Punkte soll er in Flensburg auf dem Konto haben. Schon in seiner Münchner Zeit und dann auch in Hamburg häuften sich die Strafzettel wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen im "niedrigschwelligen" Bereich - und bremsten den "kleinen Krieger" schließlich aus.
Gestern verbrachte der Profi den Vormittag beim Gutachter, musste dort auch die für den Test typischen Fangfragen beantworten - und schlug sich wacker. Glaubwürdig gelobte er Besserung. "Ich war nervöser als vor einem HSV-Spiel", sagte der Peruaner danach. In rund zwei Wochen weiß er, ob er bestanden hat - und er seinen Hummer oder Ferrari wieder aus der Garage holen kann. Guerrero: "Ich hoffe, die Zeit ohne Führerschein ist jetzt bald vorbei." Erlauben darf er sich dann zwei Jahre nichts mehr.
Guerrero fährt auf Bewährung. Sonst ist der Führerschein langfristig weg und seine Luxusschlitten bekommen gar keinen "Auslauf" mehr.
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