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PELZTIERFARMEN

Anwalt Scheuerl will Tierschützer an den Pelz

Nerze, die sich in kleinen Käfigen um die eigenen Achse drehen, vor Enge und Langeweile fast wahnsinnig werden, es sind erschütternde Bilder, die der Journalist Jan Peifer (29) im Mai 2007 in der Pelztierfarm in Hörstel (Nordrhein-Wetstfalen) dokumentiert hat. Jetzt will der Betreiber der Anlage viel Geld von ihm haben: Durch seinen Besuch in Begleitung eines Fernsehteams von "SAT1" seien 1300 Nerze vor Schreck verstorben. Schaden: 22000 Euro. Der Nerzfarmer lässt sich von einem prominenten Juristen vertreten: Dem Hamburger Anwalt Dr. Walter Scheuerl.



Das Verfahren findet demnächst vor dem Landgericht in Bonn statt. Jan Peifer bestreitet die Vorwürfe: "Die Argumentation, dass durch mein bloßes Auftreten auf der Nerzfarm Tiere umgekommen sein sollen, ist absurd. Es gibt keine Beweise, dass überhaupt Tiere verstorben sind."



Der Journalist recherchiert seit zehn Jahren im Bereich der industriellen Tierhaltung – und Walter Scheuerl ist bekannt dafür, dass er vor Gericht häufig die Landwirtschaftslobby vertritt. Zu seinen Mandanten gehörte etwa die Firma Landkost, die Eier aus der Bodenhaltung als Bioeier verkauft haben soll.



Auch das Unternehmen "Heidemark" einen Putenfleischproduzenten unter Gammelfleisch-Verdacht wurde von Scheuerl vertreten. Jan Peifers Verdacht: "Herr Scheuerl will mich mundtot machen." Peifer hat eine Gruppe bei facebook eingerichtet: "Die nackte Wahrheit". Binnen weniger Stunden hatte die Gruppe fast 800 Mitglieder.

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Datum:  13.9.2010
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