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Paralympics-Team vor Finale vorn - Zweimal Gold

Große Paralympics-Show, tolle deutsche Erfolge

Vancouver - Das deutsche Paralympics-Team wächst beim X. Winter-Weltfestival des Behindertensports über sich hinaus.

Vor dem Schlussakkord von Whistler stehen nach den erneuten Triumphen der alpinen Superstars Gerd Schönfelder und Martin Braxenthaler zwölfmal Gold, fünfmal Silber und sechsmal Bronze in der Medaillenbilanz. Russland (11-12-7) ist Verfolger Nummer eins. «Jetzt haben wir die Russen im Sack. Und das ist richtig gut», sagte Schönfelder.

Doch in den abschließenden sechs Sprint-Wettbewerben der Langläufer kann Russland noch einmal kontern. Die vierfache Titelträgerin Verena Bentele ist dann das heißeste Eisen im Team des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS). Schönfelder wird zu diesem Zeitpunkt Kanada schon verlassen haben: Wegen der für Samstag berechneten Geburt seines zweiten Kindes wollte er schon einen Tag nach dem letzten paralympischen Rennen seiner großartigen Karriere nach Hause fliegen: «So kann man echt aufhören. Das ist nicht mehr zu toppen.»

Die bislang so unbeschwert-heiteren Spiele haben ihren ersten Dopingfall: Der schwedische Rollstuhl-Curler Glenn Ikonen gab zu, aus medizinischen Gründen Betablocker genommen zu haben. Dem 54-Jährigen droht eine Sperre von zwei Jahren.

Bei der Premiere der alpinen Super-Kombination fuhr Schönfelder erneut wie der Teufel. In seinem letzten paralympischen Rennen riskierte der armamputierte Bayer alles - und wurde mit dem 16. Gold seit 1992 belohnt. Nach Teil eins, dem Super-G, war er der Jäger. Dann gab es kein Halten mehr: Schönfelder attackierte, fing den Franzosen Vincent Gauthier-Manuel noch ab. «Das ist wirklich unglaublich. Ich hatte aber auch eine perfekte Ausgangsposition», sagte Schönfelder, der mit insgesamt 22 Medaillen erfolgreichster deutscher Starter bei Winter-Paralympics ist.

Monoskifahrer Braxenthaler machte sein zehntes Paralympics-Gold seit 1998 mit einem Husarenritt im Slalom perfekt. Obwohl der 38- Jährige nach dem Super-G lediglich Fünfter war, liebäugelte er schon da mit seiner vierten Medaille. Und sollte Recht behalten: «Ich bin glücklich über mein Gold. Was will man mehr.»

Bei der Schlussfeier auf der Medals Plaza im Zentrum des Wintersport-Mekkas Whistler wird Team-«Küken» Anna Schaffelhuber aus Bayerbach die deutsche Fahne tragen. «Damit hab' ich ja fast noch weniger gerechnet als mit dem Medaillengewinn. Ich freue mich wahnsinnig», sagte die Schülerin. Als Paralympics-Neuling war sie im Super-G der sitzenden Klasse überraschend auf den Bronze-Platz gefahren. Am Samstag wurde sie Vierte in der Super-Kombination.

Nach vier Medaillen bei vier Alpin-Starts war für Andrea Rothfuß (Mitteltal) in der Stehend-Klasse der Super-Kombination nach einem Torfehler vorzeitig Schluss. «Ich bin schon enttäuscht. Vor allem, als ich gehört habe, dass der Vorsprung sieben Zehntel betrug», sagte sie nach ihrem Missgeschick und fügte an: «Mit vier Medaillen kann ich echt super zufrieden sein. Ich bin da echt glücklich drüber. Man muss sich ja immer noch eine Steigerung aufheben.»

Überschattet werden die Winterspiele vom Dopingfall Ikonen: In seinem Urin wurden verbotene Substanzen nachgewiesen. Doch auch ohne den 54-Jährigen zogen die Skandinavier dank eines 6:5 gegen Italien in das Curling-Halbfinale ein, das der WM-Dritte Deutschland mit nur drei Siegen in neun Spielen verpasst hatte. Im Sledge-Hockey gab es für Top-Favorit Kanada keine Medaille: Die Gastgeber unterlagen Japan in der Vorschlussrunde mit 1:3 und verloren auch das «kleine Finale» gegen Norwegen (1:2). Paralympics-Gewinner wurde das US-Team, das sich gegen Japan mit 2:0 durchsetzte.

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Datum:  20.3.2010
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