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Nach Orca-Drama auf Sylt: Faszination Killerwal: Elegant, intelligent, gefürchtet!

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Der Orca ist das größte Exemplar der Familie der Delfine.

Foto:

picture alliance / ZB

Ein Orca am Strand – das hat es auf der Nordseeinsel Sylt noch nie gegeben. Seit 1940 ist es erst der fünfte registrierte Schwertwal an der deutschen Küste. Vermutlich wegen des Sturms war das Baby-Tier von seiner Mutter getrennt worden und vor Rantum verendet. Der Killerwal fasziniert die Menschen seit langer Zeit. Spätestens  seit dem Kino-Klassiker „Free Willy!“ (1993) weiß jeder, wie ein Orca aussieht. Doch wie er lebt, wissen die wenigsten. Die MOPO am Sonntag beantwortet die wichtigsten Fragen. 

Warum wird der Orca als Killerwal bezeichnet?

Tatsächlich ist der Schwertwal (Orcinus orca) das größte Exemplar der Familie der Delfine. Die Weibchen werden im Schnitt 7 Meter lang, die Bullen 8,50 Meter. Den Namen Killerwal soll der Orca von Walfängern wegen seiner oft brutal anmutenden Jagdmethoden bekommen haben. Ein weiterer Grund:  In gestrandeten oder toten Schwertwalen wurden große Mengen an verschlungenen Tieren gefunden. Und: Der Orca gehört zu den Zahnwalen und hat ein furchteinflößendes Gebiss, das aus mindestens 40 Zähnen besteht.

Wie jagen die Tiere?

Die Orcas sind bekannt für ihre unterschiedlichen Jagd-Techniken. Vor Argentinien lassen sie sich zum Beispiel absichtlich stranden, um Robben in der Brandung zu fangen. Und in der Antarktis erzeugen sie Wellen, um ihre Beute von den Eisschollen zu schubsen. 

Greifen die Killerwale wahllos an?

Schwertwale töten in der Regel nur, um sich zu ernähren. Dabei gibt es verschiedene Arten, die unterschiedliche Beute bevorzugen. Zum Beispiel ernähren sie sich von Fischschwärmen,  Tintenfischen,  kleineren Walen und Robben. Zudem fressen sie erkrankte und schwache Tiere. Oft gehen sie  gemeinsam auf die Jagd und teilen sich dann die Beute. 

Wie leben die Schwertwale?

Schwertwale (Name kommt von der aufrechten Rückenflosse, der Finne) leben in großen Gruppen. Die Fischfresser leben in größeren Gruppen von bis zu 50 Tieren, die Säugetierfresser leben in kleineren Gruppen mit etwa fünf Artgenossen. Jede Gruppe kommuniziert in ihrer eigenen Sprache miteinander.  Die Tiere kommen vor allem im Nordpazifik, Nordatlantik und den Polarmeeren vor. In Europa gibt es nur in Norwegen eine Population. Sie  erreichen ein Alter von etwa 50 Jahren, können aber auch deutlich älter werden.  Neben Rasten und Ziehen verwenden sie 60 bis 95 Prozent ihrer Zeit zur Nahrungssuche. Sie sind ausgezeichnete Schwimmer und können eine Geschwindigkeit von bis zu 50 Stundenkilometern erreichen. Rastende Schwertwale bewegen sich sehr langsam, bleiben unter Wasser und tauchen alle zwei bis fünf Minuten auf. #foto

Warum leben so viele  Tiere  in Gefangenschaft?

Seit Anfang der 60er Jahre  werden die intelligenten Schwertwale neben anderen Delfinen  in Gefangenschaft gehalten. Diese Haltung in Delfinarien ist allerdings stark umstritten, da in den engen Wasserbecken  kein artgerechtes Leben möglich ist. Weltweit fordern Tierschützer deswegen die Schließung, so auch Rick OBarry, einst Tiertrainer  für die TV-Serie Flipper. Viele Schwertwale erreichen im Delfinarium nicht ihre natürliche Lebenserwartung. Auffällig ist zudem, dass die  Rückenflosse der Männchen in Gefangenschaft umklappt. Mögliche Gründe dafür  sind eine Störung des Wasserhaushalts durch veränderte Wasserwerte in den großen Becken, geringerer Blutdruck wegen verminderter Bewegung oder zu große Hitze, da die Finne in den flachen Becken öfter über Wasser gehalten wird.

Stimmt es, dass Orcas in Gefangenschaft immer wieder auch Menschen angreifen?

Angriffe freilebender Schwertwale auf Menschen sind extrem selten. In Delfinarien kommt es allerdings immer wieder zu Attacken. Das soll damit zusammenhängen, dass die Tiere durch die beengte Haltung aggressiv werden. Besonders der Orca Tilikum sorgte in Amerika für Schlagzeilen: Er hat im Delfinarium drei Menschen getötet.