Schon die Götter der Antike führten Fernbeziehungen, und die sind eben nicht einfach. In Francesco Cavallis Barockoper "La Calisto" stellt Gott Jupiter (Frederick Jackson) der schönen Nymphe Calisto (Christiane Karg mit herrlich leuchtendem Sopran) nach. Und entfacht damit in der Opera Stabile ein wahres Rangelspiel von Liebe und Eifersucht. Regisseurin Aldona Farrugias findet in dieser Produktion des Internationalen Opernstudios der Hamburgischen Staatsoper ein ebenso einfaches wie überzeugendes Sinnbild für die erotischen Wirrungen zwischen Erde und Olymp: das Karussell.
Während Michal Wajda-Chlopicki als verträumter Endimione seine Angebetete Diana (Ann-Beth Solvang) mit betörender Altstimme bezirzt, verzehrt sich auch Linfea (Ladislav Elgr) - mit Brustbehaarung und tenoralem Vokal - nach einem passenden Liebhaber und lockt den verschlagenen Satirino (Ingrid Frøseth) aus der Unterwelt hervor.
Jupiter beobachtet das Spektakel zusammen mit Götterkumpel Merkur (Dominik Köninger mit wunderbarem Bariton) von der Galerie. Er hat nicht nur sein göttliches Auge, sondern auch einen Bühnenscheinwerfer auf seine geliebte Calisto gerichtet, bis die eifersüchtige Göttergattin Juno (Trine W. Lund) zum Stecker greift und ihrem lichtspendenden Gemahl den Saft abdreht.
Der dezent platzierte Humor ist das i-Tüpfelchen dieser schönen Inszenierung, in der alle Sänger ein großes Einfühlungsvermögen in den frühbarocken Gesangsstil an den Tag legen. Inmitten des rotierenden Laufstegs präsentieren sich auch die acht Philharmoniker unter der Leitung von Alexander Soddy in Höchstform.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?