Eine autofreie City - sieht so Hamburgs ferne Zukunft im Jahr 2020 aus? Für Bürgermeister Ole von Beust (CDU) eine durchaus denkbare Vision. "Die starke Zunahme des Individualverkehrs wird die Frage nach Zugangsbeschränkungen zu den Innenstädten immer wieder neu aufleben lassen", so der Bürgermeister zur MOPO. "Eine Lösung wird womöglich nur durch technologische Innovationen möglich sein."
Doch wie könnten die aussehen? In der Handelskammer herrscht große Skepsis: "Die Voraussetzung wäre, dass andere Verkehrsträger die Funktion des Autos übernehmen. Doch das sehen wir im Moment nicht", sagt Jan-Oliver Siebrand, Stadtentwicklungsexperte der Handelskammer. Für viele Leute, die in der City einkaufen, sei das Auto unverzichtbar. Würden die fahrbaren Untersätze aus der Innenstadt verbannt, "dann besteht die Gefahr, dass die City ausblutet. Viele Einzelhändler könnten dann einpacken."
"Quatsch", widerspricht GAL-Verkehrsexperte Jörg Lühmann. "Die Spitalerstraße hat erst als Fußgängerzone einen Aufschwung erlebt." Es stimme eben gerade nicht, dass die Kunden fernblieben, wenn sie ihr Auto nicht vor der Tür parken könnten. Daher liege der Bürgermeister in der Sache richtig. Lühmann: "Die autofreie City ist eine schöne und machbare Vorstellung."
Ein gutes Beispiel sei Zürich. Die City der schweizerischen Metropole sei nicht nur ideal mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen, viele Geschäfte hätten mittlerweile auch einen Lieferservice etabliert. So werde das Auto als Lastesel überflüssig.
Kritik hagelt es dagegen vom ADAC: "Die Vision des Bürgermeisters ist völlig utopisch", wettert Verkehr- und Technik-Vorstand Arno Reglitzky. Das Auto sei aus der Innenstadt nicht wegzudenken. Reglitzkys Forderung: "Was wir wirklich brauchen, ist mehr unterirdischer Parkraum, damit die Wohnqualität wieder besser wird."
Ole von Beust (CDU) rechnet damit, dass Privatautos - wie auf der Mö - aus der ganzen City verbannt werden
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