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TAUSCHBÖRSE

Ohne Geld lebt es sich wunderbar

So tauschen die Hamburger

Eine frische Mammutkeule gegen zwei Feuersteine, drei Körbe Beeren gegen einen neuen Flitzebogen oder doch Säbelzahntiger-Fell gegen Büffelleder? Unsere Vorfahren in der Steinzeit haben wie verrückt Waren getauscht. Auch heute gilt im Kindergarten noch Förmchen gegen Förmchen.



Aber spätestens mit dem ersten Taschengeld regieren Münzen und Geldscheine. Das muss nicht sein: Eine neue Bewegung hat den Tauschhandel wiederentdeckt!



„Man muss doch nicht immer mit Geldscheinen zahlen“, sagt Kaveh Raji. Der 30-jährige Programmierer hat das Steinzeitshopping ins 21. Jahrhundert katapultiert: diensttausch.com heißt seine Internetplattform. „Warum kaufen, wenn man auch tauschen kann?“, fragt Raji.



Auf dem Internetportal können Interessenten mit Dienstleistungen und Waren handeln. Das Prinzip ist einfach: Ich will etwas und biete dafür, was der Andere braucht. „Gerade in einer Zeit, wo die Menschen sich über Dumping-Löhne beklagen und Geiz im Trend ist, bietet die Tauschgemeinschaft eine Möglichkeit, Geschäfte abzuwickeln, ohne Karte oder Scheine zu zücken“, sagt Raji.



In der Praxis läuft das so: Ein heiratswilliger Klempner repariert Abflüsse und freut sich im Gegenzug über eine Hochzeitstorte. Eine Hamburger Masseurin lässt ihre gut ausgebildeten Hände kreisen, dafür pflegt ein Grafiker ihren Internetauftritt.



Aber auch die moderne Tauschtruppe scheint nicht ganz ohne Währung auszukommen: Wer nicht das passende Tauschmittel zur Verfügung hat, kann mit sogenannten „Barterpoints“ bezahlen. Die erhält, wer Neukunden wirbt. Im Restaurant Feuervogel in Altonakann man damit sogar schon seine Rechnung begleichen!



Aber auch für Tauschgeschäfte gilt: Rechnung schreiben und in der Steuererklärung auflisten.

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Datum:  7.11.2010
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