22.000 Profis und Amateure gehen an den Start. 216 Kilometer lang ist die Strecke der Profis, die Amateure fahren Teilstücke. Viel Platz also für Störmaßnahmen.
"Wir bereiten eine direkte Störung vor", kündigt Jens Fischer von der Kampagne "Gegenstrom" an, die auch das Klima-Camp 2008 mitorganisierte. "Denkpausen" nennen die Aktivisten das.
Ziel: Das Profirennen soll blockiert werden. "Entsprechende Informationen" habe man an die Rennställe geschickt – verbunden mit der Aufforderung, die Teilnahme am Rennen "abzusagen", so Fischer. Um niemanden zu gefährden, werde man verantwortlichn handeln: Seifenlauge oder Reißzwecken sind tabu.
Dass Ökos Radfahrer behindern, ist eine neue Stufe im Konflikt um die Energieversorgung Deutschlands. Begründung von Gegenstrom: Vattenfall versuche, sich mit dem Radrennen ein "grünes Mäntelchen" zu verpassen. "Der sympathieträchtige, ökologisch tadellose Radsport ist ein wichtiges Feigenblatt für Vattenfall, um die CO2-Bilanz zu verschleiern und vom Atom-Geschäft abzulenken."
Neben den direkten Störaktionen des Radrennens soll es an der gesamten Strecke Protestaktionen geben. Die Amateure sollen nicht betroffen sein.
Die Agentur "Upsolut", die das Radrennen veranstaltet, war am Sonntag nicht für eine Reaktion erreichbar.
Die Cyclassics gibt es seit 1996 und wurden von Beginn an von den HEW unterstützt, die später an Vattenfall verkauft wurden.