Nur jeder vierte Deutsche würde ARD oder ZDF den Privaten vorziehen, wenn er sich für einen einzelnen Sender entscheiden müsste. Wie die MOPO gestern berichtete, wünschen sich zudem 30 Prozent der Zuschauer laut einer Umfrage der "Fernsehwoche" mehr Reportagen, Magazine und Dokus. "Diese Unzufriedenheit mit den Öffentlich-Rechtlichen wundert mich überhaupt nicht", sagt Holger Kreymeier (37). Der Hamburger Journalist ist Initiator der Kampagne "Dafür zahl ich nicht!"
Am Wochenende gibt's Schunkelshows mit Florian Silbereisen oder Hansi Hinterseer. Seit dem Start von "Eine für alle" im April sendet die ARD täglich fünf Daily Soaps! Und zwischendurch laufen ein paar uninspirierte Zoogeschichten. "Und dafür zahle ich jeden Monat 17,98 Euro", ärgert sich Kreymeier. "ARD und ZDF machen mittlerweile fast das gleiche Programm wie die Privaten."
Nicht einmal gut recherchierten Enthüllungsjournalismus gebe es noch. "Monitor oder Frontal 21 sind zahnlose Tiger, die decken kaum noch etwas auf, und die Beiträge sind manchmal richtig schlecht recherchiert." Der seriöse Journalismus bleibe auf der Strecke.
Die jungen Leute verlieren ARD und ZDF laut Kreymeier völlig aus den Augen. "Die gucken lieber South Park oder die Simpsons, da steckt mehr Gesellschaftskritik drin, als die Öffentlich-Rechtlichen ihnen bieten." Teuer eingekaufte, oscarprämierte Filme wie "L.A. Crash" zeige die ARD (trotz Erstausstrahlung) abends um 23.15 Uhr.
Mit Kinospots, einem Internetauftritt und einer Petition an die Bürgerschaft will Kreymeier nun die Diskussion anheizen.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?