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Die Techno-Jünger vom City-Tunnel

War am Wochenende etwa schon wieder Christopher Street Day? Ein nächtlicher Sonderschlussverkauf? Ein Auflodern der ehemaligen Berliner Love Parade? Die plötzliche Sperrung des viel befahrenen Wallringtunnels am Sonnabendnachmittag gab den Autofahrern am Hauptbahnhof ein Rätsel auf. Absperrgitter verriegelten den Eingang. Statt der üblichen Stau-Kulisse traten Sonnenschirme, Lichterketten und Sandwichbuden zum Vorschein. Vorboten des nächtlichen "Time Tunnel"-Megaraves.



Bereits zum zweiten Mal in Folge hatte der langjährige Kiez-Clubbetreiber Georg Roll (38, "Tunnel") bei den zuständigen Behörden vorgesprochen, alle bürokratischen Hürden genommen und die 1000 Meter lange City-Verkehrsröhre zwischen Lombardsbrücke und Deichtorplatz als Location für Deutschlands größtes Hardstyle-Event zugesagt bekommen. So dienten die kargen weißen Kachelwände zwölf Stunden lang als Leinwand für knallbunte Lichtprojektionen, die Bögen als gut geeignete Boxenhalter, der breite Tunnel-Innenraum als dezibel-geladener Hochdruck-Trakt. Das Ergebnis stundenlanger Aufbau-Arbeiten, die sich schnell rechnen sollten.



Schon um Mitternacht genossen tausende ekstatische Techno-Tänzer (Erkennungsmerkmale: pinke Stulpen, raspelkurze Gelfrisuren, Pump-Hosen und Trillerpfeifen) die freie Durchfahrt in andere Trance-Sphären. "Es läuft alles reibungslos", so Veranstalter Georg Roll euphorisch. Um das bunte Treiben im Auge zu behalten, düste der Organisator die ganze Nacht lang auf seinem Fahrrad durch die Rave-Röhre. Fazit: Ein energiegeladenes und dennoch völlig friedliches Massen-Spektakel. Fortsetzung folgt garantiert.

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Datum:  17.9.2007
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