Die Story: Schlafen, rauchen, saufen - das ist alles, was für Jomar noch zählt, seit er wegen eines Unfalls seine Skiläufer-Karriere aufgeben musste. Entsprechend widerwillig verrichtet er seinen Job als Skiliftwärter.
Da taucht eines Tages sein Ex-Kumpel Lasse auf, der einst mit Jomars Freundin Linnea durchgebrannt war. Nach der fälligen Prügelei erfährt Jomar, dass er Vater eines mittlerweile vierjährigen Sohnes ist, der mit seiner Mutter im hohen Norden Norwegens wohnt. Die Nachricht holt den Depressiven aus seiner Lethargie. Doch erst, als er auch noch aus Versehen die Lifthütte abfackelt, schreitet er zur Tat: Mit fünf Litern Hochprozentigem als Proviant steigt er auf sein Schneemobil, um sich auf die 1100 Kilometer lange Reise zu seinem Sprössling zu machen.
Die Darsteller: In der Hauptrolle absolviert Anders Baasmo Christiansen die ihm abverlangte Übung in mimischer Minimalistik mit Bravour. Die meisten Reisebekanntschaften seines wortkargen Jomar werden von Laien gespielt, was nicht negativ auffällt.
Der Regisseur: Das Spielfilmdebüt des Dokumentarfilmers Rune Denstad Langlo erinnert in seiner lakonischen Erzählweise stark an die Werke Bent Hamers ("Kitchen Stories") und Aki Kaurismäkis. Mit seinen offensichtlichen Vorbildern teilt der norwegische Regisseur auch den Hang zum Skurrilen. So macht Langlos Protagonist etwa Bekanntschaft mit einem offensiv homophoben jungen Mann, der ihn in merkwürdigste Alkoholrituale einweiht und sich später als verkappter Schwuler entpuppt. Ein anderes Mal bekommt er von einem lebensmüden greisen Samen neben ein paar Altersweisheiten auch eine Bonuskarte für den Supermarkt mit auf den Weg.
Gelegentlich stellt Langlo die Verschrobenheiten seiner Figuren etwas zu sehr zur Schau. Und die innere Wandlung, die der depressive Jomar während seiner Reise durchmacht, bleibt letztlich bloße Behauptung. Dafür sind die Aufnahmen der schneebedeckten Landschaft der reinste Genuss.
Fazit: Bemüht schräghumoriger Nordland-Trip mit eindrucksvollen Bildern.
Note: 3