Der Notfall erwies sich als Glücksfall und könnte für Okka Rau (31) und Stephanie Pohl (30) so etwas wie eine Initialzündung für Peking gewesen sein, wo die beiden Beachvolleyballerinnen gestern bei 30 Grad und nur leichtem Smog ihr erstes Training im olympischen "Sandkasten" absolvierten. Der erste barfüßige Kontakt mit dem Boden, auf dem Träume gedeihen und zur Realität wachsen sollen.
Nachsitzen mussten sie. Vor zwei Wochen hatte das Duo vom Hamburger SV notgedrungen beim Weltserien-Turnier in Marseille gebaggert, um endgültig die Olympia-Qualifikation unter Dach und Fach zu bringen, die sie zu dem Zeitpunkt längst in der Tasche hätten haben wollen. Rau und Pohl machten aus der Not eine Tugend, gewannen das Turnier - und schrieben Geschichte. Es war der erste Sieg eines deutschen Frauenteams bei einem Weltserienturnier. "Jetzt kann Olympia kommen!", fühlen sie sich gerüstet.
Sie werden bei Olympia zu den Hinguckern gehören. "Knackig braune, durchtrainierte Körper - da guckt man gerne hin", ist sich Rau der besonderen Reize ihrer Sportart bewusst. Beachvolleyball ist nicht nur spektakulär und cool, sondern auch sexy. Und damit das krasse Gegenteil von Frauen-Gewichtheben. Es verwundert nicht, dass die Beach-Wettbewerbe in Peking zu den am schnellsten ausverkauften gehörten.
Gut aussehen wollen die fotogenen Modelathletinnen bei ihren zweiten Olympischen Spielen aber in erster Linie sportlich. Nach dem hervorragenden 5. Platz in Athen vor vier Jahren darf es diesmal gern mehr sein. "Mein großes Ziel ist eine Medaille", bekennt Pohl. Für Rau ginge mit einem Podestplatz "ein Traum" in Erfüllung.
Seit acht Jahren bilden die Hamburger Deerns ein schlagkräftiges Team. Sand ist in dieser Zeit "für uns wie ein ganz normaler Boden" geworden, sagt Rau. Ein gewohnter Belag, dessen Beschaffenheit sie aus dem Effeff kennen, auf dem sie sich sicher bewegen, wie Otto Normalmensch auf Asphalt. Nur: Es ist ungleich anstrengender. Was für den Zuschauer nach Gaudi aussieht, ist verdammt hart.
Auch abseits der Sandkiste wird sich in Peking der Spaß für Rau und Pohl in Grenzen halten. "Wir sind nicht die größten China-Fans", formuliert Rau vorsichtig. "Wir fühlen uns dort einfach nicht so wohl." Eine Erkenntnis, die nach mehreren Turnierteilnahmen in China gereift ist. "Als Frau bekommt man dort wenig Respekt und Anerkennung, auch als Sportlerin nicht."
Unbefangener und euphorischer gehen Sara Goller (24) und Laura Ludwig (22) ihr Olympia-Abenteuer an. "Einfach nur geil! Es kribbelt schon kräftig im Bauch", fiebert Ludwig ihren ersten Spielen entgegen. Die beiden Youngster wohnen seit zehn Monaten in Hamburg und trainieren am Olympiastützpunkt. Vor drei Wochen gewannen sie auf dem Rathausmarkt EM-Gold. Ein Erfolg, der mutig macht. Goller: "An guten Tagen können wir alle besiegen."
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?