Keine Frage: Ivar Buterfas hat viel für Hamburg getan. Er, der Überlebende des Holocausts, war jahrelang Botschafter für Jugendaufklärung, hielt Vorträge in Schulen über die NS-Zeit. Er setzte sich für eine Gedenkstätte im KZ-Außenlager Sandbostel (Niedersachsen) ein - gegen den Widerstand von Anwohnern. Ihm ist es zu verdanken, dass aus der Kriegsruine Nikolaikirche ein Mahnmal wurde. Jetzt aber hat sich Buterfas - seit 2004 Träger der "Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes" - selbst ins Zwielicht gestellt. Es geht um merkwürdige Vorkommnisse im Zusammenhang mit der Tombola, die seit Frühjahr läuft und die dafür gedacht ist, den gläsernen Aufzug der Nikolaikirche zu finanzieren. Hat Buterfas die wertvollsten Preise einem "guten Freund" zugeschanzt?
Der Vorwurf wiegt schwer und kommt von einem ehemaligen Weggefährten: Der Mann, der ungenannt bleiben möchte, berichtet, dass Buterfas die dritte Ausspielung der Tombola komplett an Michael Sottmann verkauft habe. Sottmann, Chef einer Spezialgerüstbau-Firma aus Elsmhorn, hat nach Angaben des Informanten sämtliche 20000 Lose der Ausspielung erworben - und sich damit auch sämtliche Preise (Gesamtwert: 48000 Euro) gesichert. Damit das nicht so auffiel, ließ er sich selbst bei der Preisverleihung Anfang Juli nicht sehen. Er schickte andere: Den ersten Preis, eine Kreuzfahrt, nahm Sohn Michael Sottmann jun. entgegen. Und was nur Eingeweihte wussten: Janina W. (31), die Gewinnerin des Ford Ka, ist die Freundin von Sottmann jun.!
Gegen den Deal wäre aber wohl nichts einzuwenden, hätte der Elmshorner Unternehmer für die 20000 Lose den vollen Preis von 40000 Euro (2 Euro pro Los) bezahlt. Buterfas soll sich aber stillschweigend mit 12000 Euro begnügt haben, wenig mehr als ein Viertel.
Was sagen die Beteiligten dazu? Sie verwickeln sich in vielsagende Widersprüche, spielen sich jetzt gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Sottmann bestreitet, dass er die gesamte Auslosung aufgekauft hat. "Ich habe 12000 Euro bezahlt, dafür 6000 Lose bekommen. Aber es stimmt: Ich habe ziemlich viel gewonnen."
Buterfas nimmt derzeit an einer Mittelmeerkreuzfahrt teil (genau die gleiche, die es bei der Tombola zu gewinnen gab). Als die MOPO ihn telefonisch an Bord der "MS Delphin Renaissance" erreicht, weiß er noch nichts von Sottmanns Behauptungen - und erzählt genau das Gegenteil. Er bestätigt, dass alle 20000 Lose an seinen "Freund" gegangen seien. Und er beharrt darauf, dass dafür 40000 Euro bezahlt wurden.
Einer lügt hier. Oder beide? Fest steht jedenfalls (dafür gibt es zwei Zeugen), dass Sottmann mit einem Lkw sämtliche Preise der fraglichen dritten Ausspielung aus einem Lager bei der Nikolaikirche abholen ließ.
Wenig erfreut über diese Unregelmäßigkeiten dürften die vielen Unternehmer aus ganz Deutschland sein, die für die Tombola wertvolle Preise gestiftet hatten. Auch der Verein dürfte geschädigt sein, sind ihm doch 28000 Euro Einnahmen entgangen - Geld, das für die Nikolaikirche gedacht war. Und was werden wohl die vielen Hamburger dazu sagen, die in den vergangenen Monaten bei den anderen beiden Ausspielungen ihr Glück versucht hatten - und für ihr Los volle zwei Euro zahlen mussten?
Über die Gründe, weshalb Buterfas einen befreundeten Unternehmer so reichlich bedacht hat, lässt sich nur spekulieren. Buterfas - privat ein Bauunternehmer - ist auch geschäftlich mit Sottmann verbandelt. Zuletzt war die Gerüstbaufirma damit beauftragt, auf dem Gelände der Nikolaikirche eine Veranstaltungsbühne aufzustellen, die dann angeblich aber kaum gebraucht wurde. Sie steht aber immer noch da.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?