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NEUZUGANG

Streit wehrt sich gegen sein Image

Er hat sich so entschieden, wie es jeder normale Profi tun würde. Dass Albert Streit jetzt aus Hannover mit Dreck beworfen wird, ist ihm relativ schnuppe. "Ich habe ein reines Gewissen und niemanden hintergangen", erzählt der 28-Jährige. "Was soll man machen, wenn man bis 18.30 Uhr nichts vom HSV wusste? Wir waren schon auf dem Rückweg aus Hannover. Hätte ich dann später nicht dem HSV zugesagt, würde ich mir sicher irgendwann in den Hintern beißen."



Streit, bis Sommer aus Schalke ausgeliehen, ist keiner, der mit seiner Meinung hinter dem Berg hält. Wenn es noch eines Beweises bedurfte, dann lieferte er ihn mit seiner Konterattacke in Richtung 96, dem Klub, der ihm vorwirft, sich nicht an Absprachen gehalten zu haben. "Gar nichts war mit denen klar", widerspricht er. Sonst hätte ich dort ja wohl unterschrieben. Oder?"



Wie auch immer. Mal wieder steht Streit als Stinkstiefel da. Als einer, der rücksichtlsos auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Zu Recht? "Manchmal steckst du in einer Schublade und kommst da nicht mehr raus", meint Streit. "Aber ich bin mit mir im Reinen. Ich weiß ja selbst, dass ich kein einfacher Typ bin - aber ich bin ehrlich und sage meine Meinung, das ist doch auch von Vorteil."



Gelernt habe er aus der Vergangenheit, "weil ich weiß, dass manches nicht okay war". Er will es geraderücken. In Hamburg. "Mir und den Leuten möchte ich beweisen, dass ich das Fußballspielen auf Schalke nicht verlernt habe."



Dass Qualität vorhanden ist, hat er schon häufig bewiesen. Vor allem in Frankfurt, auch in Köln. "Da alle Vereine immer mit mir verlängern wollten, kann ich so schlimm also nicht sein", stellt er klar - und lächelt. Martin Jol weiß um die sportlichen Qualitäten und setzt auf sie. "Wir haben uns hier schon immer über ihn unterhalten", sagt der Trainer. "Vor allem seine Standards können uns helfen." Dass es auf Schalke für Streit nicht rund lief, sei sogar verständlich, "wenn man drei, vier Spieler auf seiner Position vor sich hat, ist es nicht leicht".



Nun also Hamburg. Eine neue Chance für Streit, für sein Empfinden sogar "eine Riesenchance". Zunächst bis Sommer, deshalb wird er sich nur nach einem Appartement umschauen. "Sollte ich dann länger bleiben, kann ich mir immer noch etwas Größeres suchen."



Streitfall Streit. Nur ein Klischee? Kleine Nadelstiche in Richtung Hannover ("Ohne denen zu nahe treten zu wollen: Der HSV ist schon noch eine andere Welt") und Schalke ("Vom Tabellenneunten zum -dritten zu wechseln ist doch ein schöner Sprung") konnte und wollte er sich bei seinem Antritt in Hamburg nicht verkneifen. Spätestens im Sommer werden sie beim HSV wissen, ob Streits Name für Zoff steht. Oder für feine Fußballkunst, die allein bei den Gegnern für lange Gesichter und Unbehagen sorgt.

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Datum:  4.2.2009
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