Er habe erneut in zwei Fällen Hilfe zum Selbstmord geleistet, erklärte Kusch gestern. Und 20 bis 30 Personen mit "konkreter Suizidabsicht" hätten sich bei ihm angemeldet. Beweise für seine Aussage legte Kusch nicht vor. Sicher ist hingegen, dass von Beusts ehemaliger Justizsenator eigens einen Verein für sein düsteres Handwerk gegründet hat: "SterbeHilfeDeutschland". Vorbild: der umstrittene Schweizer Sterbeverein "Exit". Und so funktioniert's: Wer Mitglied sein will, zahlt 100 Euro im Jahr oder 1000 Euro für eine lebenslange Mitgliedschaft. Der Verein, dessen Vorsitzender Kusch ist, beschäftigt "ehrenamtlich" Ärzte, die die erforderlichen Medikamente für einen Selbstmord verschreiben können.
In der Vergangenheit hatte Kusch für seine Dienste als Sterbehelfer 8000 Euro genommen. "Das war ein Fehler", erklärte er jetzt. Im Februar 2009 hatte das Hamburger Verwaltungsgericht Kusch die Sterbehilfe verboten. Und die Staatsanwaltschaft ermittelt noch immer wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz.
Bei den jüngsten zwei Fällen, betont Kusch, habe er nicht persönlich als "Todesengel" am Bett gestanden, sondern anonyme Sterbehelfer. Die "Deutsche Hospiz Stiftung" forderte gestern eine schnelle Änderung des Strafrechts, um "menschenverachtenden Tötungshelfern wie Kusch" das Handwerk zu legen.
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