Ab kommender Woche gehört es der Vergangenheit an. Nach mehr als 49000 Einsätzen wird der Bundeswehr-Rettungshubschrauber "SAR Hamburg 71" ausgemustert. Dann übernimmt "Christoph 29" den Dienst.
Vater der Hamburger Luftrettung ist Helmut Schmidt. Begeistert von den mutigen Einsätzen der Bundeswehr-Piloten bei der Sturmflut 1962, gab der damalige Innensenator und spätere Kanzler den Anstoß für eine Luftrettungsbasis am Bundeswehrkrankenhaus Wandsbek. Am 16. Juli 1973 war der Hubschrauber vom Typ "Bell UH 1D" mit Pilot, Mechaniker, Notarzt und Sanitäter einsatzbereit. In den 60er Jahren von der US-Armee als "Wegwerf-Hubschrauber" für den Vietnam-Krieg konzipiert, wurde er in der Hansestadt zur Legende. Daran konnte auch der schwarze Tag der Luftretter, der 14. März 2002 nichts ändern. "SAR Hamburg 71" stürzte in Hummelsbüttel ab, die fünfköpfige Crew starb. Der Pilot war betrunken .
Immer wenn ein Notarztwagen zu lange brauchte oder der Einsatzort schwer zugänglich war, kam der Hubi als "Joker" des Feuerwehr-Rettungswesens zum Einsatz. Selbst in engen Straßen oder auf Schiffen sind die Rettungsflieger mit "Anneliese", wie sie ihren Hubschrauber liebevoll nannten, schon gelandet. Dem ZDF gelang mit der gleichnamigen TV-Serie eine Quotenhit. Nun das Ende.
Mit dem Einsatz des neuen Hubschraubers, werden auch andere Piloten am Knüppel sitzen. Beamte der Bundespolizei lösen die Bundeswehr-Piloten ab - trotzdem bleibt "Christoph 29" am Bundeswehrkrankenhaus Wandsbek stationiert. Der Wechsel war notwendig geworden, weil die Bundeswehr ebenfalls neue Hubschrauber einführt - die aber für einen Einsatz in der Stadt zu groß sind.