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NEUER LUX-US

Der Thalia-Chef kommt aus Wien

Es ist eine Überraschung und sie ist geglückt: Wenn es um Ulrich Khuons Nachfolge am Thalia Theater ging, hatten alle einen der vielen kursierenden Favoriten im Sinn. Und alle lagen falsch. Ein Regie führender Intendant würde es werden, hieß es - aber die Wahl der Findungskommission fiel auf Joachim Lux, einen Theatermann, der lieber im Hintergrund die Strippen zieht. Derzeit ist der 49-Jährige als Chefdramaturg am Wiener Burgtheater.



"Ich freue mich, dass wir mit Joachim Lux einen Intendanten vorschlagen können, der mit großer Erfahrung und großem Mut, aber auch der nötigen Gelassenheit das Erbe Ulrich Khuons antreten möchte", freute sich Kultursenatorin Karin von Welck. Vielleicht war der Kulturbehörde das Risiko eines Regie führenden Intendanten aber auch zu groß - gilt die Selbstlosigkeit und Integrationskraft von Khuon doch als die Stärke des Hauses.



Der gebürtige Münsteraner Lux hat den Ruf eines intellektuellen Strategen. In jahrelanger Tätigkeit an verschiedenen Häusern von Tübingen über Köln, Düsseldorf und Bremen baute er ein großes Netzwerk an Verbindungen zu prägenden Regisseuren der aktuellen Theaterszene auf, darunter Christoph Schlingensief, Jan Bosse, Dimiter Gotscheff und Nicolas Stemann. An der Wiener Burg ist der 49-Jährige, der mit der Dramaturgin Susanne Meister verheiratet ist und zwei Kinder hat, seit 1999 Dramaturg und seit 2006 Chefdramaturg. Hier sammelte er auch Erfahrungen mit einem hervorragenden Ensemble - das Burgtheater unterhält das größte Ensemble im deutschsprachigen Raum.



In Hamburg tritt Lux ein schweres Erbe an: Ulrich Khuon hat das Thalia Theater mit Mut zum Risiko und einem sicheren Gespür für Talente zum ersten Haus am Platz gemacht. Neben dem traditionellen Repertoire setzte der 55-Jährige vor allem mit zeitgenössischen Stücken junger Autoren Schwerpunkte.



Aber nicht nur künstlerisch setzte Khuon, der in der Spielzeit 2009/2010 die Leitung des Deutschen Theaters Berlin übernimmt, Maßstäbe - 2003 wurde sein Haus von der Zeitschrift "Theater heute" zum "Theater des Jahres" gewählt, in diesem Jahr ist es gleich mit drei Inszenierungen beim Berliner Theatertreffen vertreten - eine äußerst seltene Ehre. Mit 273000 Besuchern hatte das Thalia Theater im vergangenen Jahr auch die meisten Zuschauer aller deutschen Bühnen - und die besten Einnahmezahlen.



Lux will auf Kontinuität setzen. "Ich bin kein Anhänger des Sprichwortes "Neue Besen kehren gut." Kontinuität ist sehr viel sinnvoller für die Stadt, für die Theater und für die Kunst". Er wolle sich auf einige wenige Künstler mit unterschiedlichen Regiehandschriften konzentrieren. Er könne sich auch sehr gut vorstellen, einige Schauspieler aus dem Ensemble zu übernehmen. Lux gstern: "Das, was Ulrich Khuon geschafft hat, muss man erst mal schaffen."



IMS

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Datum:  14.5.2007
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