Besorgte Eltern können aufatmen. Internetpornos und heiße Musikvideos können die Jugend nicht versexen. Im Gegenteil: Teenager lassen sich heute mehr Zeit mit dem "ersten Mal", wollen Treue statt Abenteuer. Das geht aus der neuen Studie "Jugendsexualität 2010" hervor.
Vor fünf Jahren hatten zwölf Prozent der 14-jährigen Mädchen schon Geschlechtsverkehr. Heute sind es nur noch sieben Prozent. Bei den gleichaltrigen Jungs sank die "1. Mal"-Quote sogar von zehn auf vier Prozent. Mehr als ein Drittel der jungen Frauen und Männer hatte vor dem 18. Geburtstag noch keinen Sex, weil ihnen noch der "richtige Partner" fehlte.
"Das ist eine wichtige Botschaft", sagte Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Ihre Studie, für die 3542 Jugendliche befragt wurden, belegt auch: Treue liegt im Trend! Die Hälfte der sexuell aktiven Mädchen zwischen 14 und 17 hatte nur einen Partner. Bei den Jungs waren immerhin 40 Prozent treu.
"Jugendliche haben offenbar den Wunsch nach Beziehungen und Partnerschaft", meint Pott. Und Psychoanalytiker Dr. Karl-Heinz Bomberg erklärt: "Jede Generation definiert sich neu, will sich von den anderen abgrenzen. Nach dem Motto: Das machen wir jetzt anders." Nach den Wilden kommen nun also die Braven. Bomberg weiter: "Es besteht der Wunsch, Sexualität mit Intimität und Zärtlichkeit zu verbinden. Und dafür brauchen sie dann mehr Zeit."
Die Studie zeigt auch:
- Neun von zehn Teenagern verhüten beim ersten Mal - meist mit Kondom.
- Jungen mit Migrationshintergrund sind früher und häufiger sexuell aktiv als deutsche Gleichaltrige.
- Sexuelle Gewalt kannten 13 Prozent der deutschen und 19 Prozent der Mädchen mit Migrationshintergrund.
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