Mutti" Merkel hat einen ganz privaten Traum. "Einmal mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Wladiwostok", das wär's. Man muss die wohl mächtigste Frau der Welt nicht persönlich kennen, um ihr diesen Wunsch zu entlocken. Man muss nicht einmal zu ihren über 21000 (!) Freunden gehören - die Kanzlerin erzählt es jedem, der auf ihr "Facebook"-Profil klickt.
Das Internet-Netzwerk ist ein Phänomen. Selbst Hessens Ministerpräsident Roland Koch (600 Freunde) und Familienministerin Kristina Köhler (1500 Freunde) sind längst Mitglieder. 161000 Nutzer zählt Facebook in Hamburg, 3,5 Millionen in Deutschland, 350 Millionen auf allen fünf Kontinenten.
Der Zulauf an Menschen, die bereitwillig ihre Vorlieben und Fotos im Netz veröffentlichen, ist groß. So groß, dass Datenschützer längst Alarm schlagen. Endlich ergreifen die Betreiber Gegenmaßnahmen. "Wir wollen die Privatsphäre jedes Einzelnen besser schützen", verspricht Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.
In den letzten Jahren stieg zwar stetig die Zahl der Spielereien - die Möglichkeiten zur Kontrolle indes nicht. Schon in wenigen Wochen soll nun endlich jedes Mitglied auswählen dürfen, ob es Informationen und Fotos nur für "Freunde", für "Freunde von Freunden" oder gar für alle sichtbar macht.
Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar (selbst Mitglied bei Facebook) begrüßt die Neuerung. "Ich wundere mich immer noch darüber", so Schaar zur MOPO, "welch private Informationen und Bilder manche Menschen ins Internet stellen. Die Datenschutzeinstellungen von Facebook könnten noch besser werden, auch wenn das Unternehmen hier einiges getan hat, um Nutzern den Schutz ihrer Privatsphäre zu erleichtern."
Denn auch die Zahl der Facebook-Opfer steigt stetig. "Das Internet vergisst nichts", so Schaar. Jeder dritte Arbeitgeber überprüft nach Umfragen inzwischen die Profile der Bewerber - wer feucht-fröhliche Fotos der letzten Party ungeschützt ins Netz stellt, läuft Gefahr, sich die Chance auf den Traumjob zu verspielen.
Experten raten: Wer nicht geschäftlich in einem sozialen Netzwerk unterwegs ist, sollte sich im Internet am besten nur unter einem Spitznamen darstellen. Und: "Weder das eigene Geburtsdatum noch der Mädchenname der Mutter sollten veröffentlicht werden", so der Autor und Internet-Experte Prof. Hendrick Speck. "Das sind beliebte Passwörter, die schnell in die Hand von Datendieben fallen könnten." Die neueste Masche: Mit fingierten Profilen schöner Frauen verschicken Gauner wahllos Freundschaftsanfragen und wollen so durch die Hintertür an Daten kommen. Und in deren Hände sollten private Träume dann doch lieber nicht gelangen ...
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?