Endlich! Rund um die HSH-Nordbank-Passage in der City dürfte in Kürze wieder Ruhe einkehren. Spätestens am 31. Oktober wird der Nazi-Klamotten-Laden "Brevik" schließen. Seit der Eröffnung Ende September hatten täglich linke Demonstranten gegen das Geschäft protestiert. Der Grund: Die dort gehandelte Kleidung der Marke "Thor Steinar" wird insbesondere von Neonazis getragen!
Dass der Laden überhaupt eröffnen konnte - eine peinliche Panne. Die HSH-Norbank argumentiert, ihr Mieter habe sie nicht darauf aufmerksam gemacht, welch zweifelhafte Kleidung er im Sortiment habe. Kritiker meinen: Durch einfache Recherche im Internet hätte sie selbst darauf kommen können -°und müssen.
Jetzt wird es für den Vermieter teuer. Der Frage, wie viel Geld gezahlt wurde, damit "Brevik" einer Auflösung des Fünf-Jahres-Mietvertrags zustimmte, wich die HSH-Nordbank aus: Es werde keine "Auszugsprämie" geben, hieß es. Dem Mieter würden lediglich die "entstandenen Kosten" ersetzt.
Weil zu den Details Stillschweigen vereinbart worden ist, äußerte sich auch Uwe Meusel, der "Brevik"-Geschäftsführer, nur verhalten: "Wenn die Summe nicht angemessen gewesen wäre, hätte ich mich nicht darauf eingelassen", sagte er und schmunzelte. Gerüchten zufolge hat sich die HSH-Nordbank den Auszug des Nazi-Klamotten-Ladens stolze 800000 Euro kosten lassen. Diese Summe wollte Bank-Sprecher Christian Buchholz weder bestätigen noch dementieren.
Wie hoch die Summe nun auch ist - das Ende der Affäre um den Nazi-Shop in der Hamburger City wird einhellig begrüßt. Seit zwei Wochen waren täglich etliche Polizisten rund um die HSH-Nordbank-Passage im Einsatz. Die Geschäfte klagten über dramatische Umsatzeinbußen. "Gut, dass dieser Spuk bald vorbei ist", so die innenpolitische Sprecherin der GAL-Fraktion, Antje Möller: "Gut, dass es so viel öffentlichen Protest gab. Sonst wäre die Strategie der Rechten aufgegangen, sich unter einem neutralen Namen in Hamburg einzumieten und niederzulassen."
Auch die Bürgerschaftsfraktion der Linken lobte gestern die Demonstranten: "Für die Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit in der Gesellschaft braucht es engagierte Menschen und ein breites Bündnis zivilgesellschaftlicher Institutionen, damit Neonazis keine Chance bekommen, ihre menschenverachtende Volksverhetzung zu betreiben."
Uwe Meusel, der Chef des Nazi-Klamotten-Ladens, fand weniger freundliche Worte für die Demonstranten: "Kriminelles Gesindel" nannte er sie.
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