Nazi-Skandal um Michael Ballack und die deutsche Nationalmannschaft - zumindest für einige Engländer. Am Donnerstag präsentierte der DFB sein neues Ausweich-Trikot für das WM-Jahr: ein schwarzes Shirt mit rotem V-Kragen und den goldenen Adidas-Streifen auf dem Ärmel.
Das rief den britischen "The Daily Star" auf den Plan. "Die Rückkehr der Schwarzhemden", titelte das Blatt und befand: "Deutschland wird bei der WM für REICHlich Aufruhr sorgen - die Deutschen treten in schwarzen Trikots im Nazi-Style an." Offenbar fühlten sich die Schreiber bei dem Trikot an die schwarzen SS-Uniformen erinnert. Mit diesem Entwurf sei Ausrüster Adidas daher "einen Stechschritt zu weit gegangen".
Allerdings haben Anspielungen auf das Dritte Reich in englischen Medien mittlerweile Tradition. Schon mehrfach fielen diverse Gazetten in der Vergangenheit mit geschmacklosen Entgleisungen auf. "Passt auf, Krauts, England wird euch in Stücke bomben", schrieb der "Daily Star" vor dem Halbfinale bei der EM 1996 zwischen Deutschland und England. Der "Daily Mirror" rief sogar zum "Fußball-Krieg gegen Deutschland" auf. Nach der WM-Auslosung im Dezember 2005 klagte die Zeitung "The Sun" sogar, die deutschen Organisatoren würden die englischen Gäste auf der Tribüne mit Sicherheitsrobotern provozieren wollen, welche an "Rommels Panzer" erinnerten. Bei der WM dann erschien eine Fotomontage von Torwart Oliver Kahn mit Stahlhelm.
Nun also erwischte es ausgerechnet Kapitän und England-Legionär Michael Ballack, neben dem der "Daily Star" das Konterfei von Adolf Hitler abdruckte. Auch das Erscheinungsdatum scheint unglücklich gewählt: Der Artikel wurde am Morgen nach dem Holocaust-Gedenktag gedruckt.